infoclio.ch Conference 2025: Open Science in History - From Enlightenment to Artificial Intelligence

Open Science mette i ricercatori di fronte a scelte sempre più complicate su come condividere i loro risultati, metodi, strumenti e dati di ricerca. Il colloquio infoclio.ch 2025, organizzato in partenariato con OpenEdition Lab, ha esplorato le origini intellettuali e tecniche del concetto di Open Science e parla delle sfide pratiche della sua implementazione nell'era dei modelli generativi di intelligenza artificiale.

Su questa pagina sono disponibili le registrazioni delle presentazioni e delle tavole rotonde, un resoconto della conferenza e i contributi alla serie di blog «Open Science in Svizzera».

Moderation
Last Name
Vallotton
First Name
François
FunctionInstitution
Institution
Université de Lausanne
 & 
Moderation
Last Name
Natale
First Name
Enrico
FunctionInstitution
Institution
infoclio.ch
 & 
Moderation
Last Name
Primbaut
First Name
Simon Dumas
FunctionInstitution
Institution
OpenEdition Lab

Mot de bienvenue 2025

Session 1:

Les origines de l’ouverture des sciences

  • Moderation
    Last Name
    Pievatolo
    First Name
    Maria Chiara
    FunctionInstitution
    Institution
    Università di Pisa

Science as "A Problem Not Yet Fully Resolved": Universities and the Public Use of Reason Between Kant

A written version of the talk is available here.

  • Moderation
    Last Name
    Gantet
    First Name
    Claire
    FunctionInstitution
    Institution
    Université de Fribourg

Transparence et ouverture ou fermeture : pratiques et publics de la science, 1660-1800

Session 2:

Une histoire technique de la science ouverte

  • Moderation
    Last Name
    Lejeune
    First Name
    Edgar
    FunctionInstitution
    Institution
    Université de Rouen

How to Produce Open Data? Epistemological and Organizational Challenges in Medieval History (1960 – 1990)

  • Moderation
    Last Name
    Donig
    First Name
    Simon
    FunctionInstitution
    Institution
    Herder Institut Marburg

404 Data Not Found! Offenheit und Nachhaltigkeit in der deutschen Geschichtswissenschaft

  • Moderation
    Last Name
    Meyer
    First Name
    Morgan
    FunctionInstitution
    Institution
    CNRS
  • Moderation
    Last Name
    Wiederkehr
    First Name
    Stefan
    FunctionInstitution
    Institution
    Zentralbibliothek Zürich
  • Moderation
    Last Name
    Denis
    First Name
    Marine
    FunctionInstitution
    Institution
    Institut écocitoyen des Pays du Mont-Blanc
  • Moderation
    Moderation: 
    Last Name
    Smaniotto
    First Name
    Alessia
    FunctionInstitution
    Institution
    OpenEdition

Podium: Wer darf heute an den Wissenschaften teilnehmen?

Session 3:

Dépasser les limites de l’Open Science

  • Moderation
    Last Name
    Knöchelmann
    First Name
    Marcel
    FunctionInstitution
    Institution
    Yale University

A Missed Revolution: Open Humanities and the Unforced Force of the Better Argument

  • Moderation
    Last Name
    Beigel
    First Name
    Fernanda
    FunctionInstitution
    Institution
    Universidad National de Cuyo

Towards an Inclusive Open Science

  • Moderation
    Last Name
    Moore
    First Name
    Samuel
    FunctionInstitution
    Institution
    Cambridge University Library

"Morphing" Open Science for the Humanities and Social Sciences

Autore del rapporto
Yann
Stricker
Koordination Zentrum Digitale Editionen und Editionsanalytik (ZDE), Universitätsbibliothek Zürich
Citation: Stricker Yann: « infoclio.ch-Tagung 2025: Open Science in History. Öffnung der Wissenschaften von der Aufklärung bis zur künstlichen Intelligenz », infoclio.ch Tagungsberichte, 22.12.2025. En ligne: <https://www.doi.org/10.13098/infoclio.ch-tb-0405>, consulté le 24.02.2026

PDF-Version des Berichts

 

Bereits der Tagungstitel machte klar, dass es infoclio.ch und OpenEdition Lab mit ihrer Veranstaltung nicht nur um die Umsetzung von Open Science in den Geschichtewissenschaften ging, sondern auch um das Konzept der offenen Wissenschaften und dessen historische Tragweite.1 Die Tagung sollte, wie Co-Organisator SIMON DUMAS PRIMBAULT (Paris) betonte, Raum bieten für eine kritische Reflexion und die historische Kontextualisierung von Open Science. FRANÇOIS VALLOTTON (Lausanne) betonte in seinem Grusswort die Ambivalenz von Open-Science-Bestrebungen, die Offenheit und Zugänglichkeit förderten, gleichzeitig jedoch auch Logiken der Verwertung von Forschungsresultaten durch kommerzielle Unternehmen Vorschub leisteten. Co-Organisator ENRICO NATALE (Bern) wies auf die Dringlichkeit hin, die diese Fragen gerade im Kontext der Entwicklungen grosser Sprachmodelle erhalten hätten.

Im ersten Vortrag stellte sich MARIA CHIARA PIEVATOLO (Pisa) kritisch gegen ein «administratives Modell» von Open Science, das bloss auf eine Abmilderung von Wissensmonopolisierung und Zwängen bibliometrischer Wissenschaftsevaluation hinwirke, an den strukturellen Entwicklungen, die einer offenen Wissenschaft entgegenlaufen, jedoch nichts ändere. Dem stellte Pievatolo ein «subversives Modell» gegenüber, das auf einer Idee von Urheberrecht ohne Recht auf geistiges Eigentum aufbaut (Immanuel Kant) und die Autonomie sowie die grundsätzliche Ergebnisoffenheit der Wissenschaften ins Zentrum stellt (Alexander von Humboldt). Bei der Gewährleistung der wissenschaftlichen Autonomie komme den Universitäten eine Schlüsselrolle zu. Wie Pievatolo mit Bezug auf Humboldt betonte, würden sich Universitäten mit dieser Aufgabe jedoch in einem schon länger währenden Spannungsfeld zu staatlichen Kategorien wie Berechenbarkeit und Steuerbarkeit befinden – was sich gerade im Falle von Open Science besonders deutlich zeige.  

Auch der zweite Vortrag thematisierte Diskussionen um offene Wissenschaften in der Frühen Neuzeit. Mit Blick auf den Medienwandel in der wissenschaftlichen Kommunikation von einer handschriftlichen Briefkultur hin zur Entstehung und Verbreitung gedruckter Zeitschriften zwischen 1660 und 1800 führte CLAIRE GANTET (Fribourg) aus, wie sich das Verständnis von Wissenschaft in einer sich öffnenden Praxis der wissenschaftlichen Kommunikation selbst erweiterte, aber auch herausgefordert wurde. Anonym verfasste Rezensionen wurden genutzt, um Ideen in Umlauf zu bringen, und schufen damit am Übergang zum 18. Jahrhundert ein neues System der Organisation und Bewertung von Wissen, wie Gantet mit Blick auf Wilhelm Leibniz zeigte. Die voranschreitende Alphabetisierung im 18. Jahrhundert sowie mediale Veränderungen im Druckwesen hätten die Öffnung für ein neues Publikum begünstigt und damit verbunden auch die Ausweitung des Themenspektrums wissenschaftlicher Zeitschriften – eine Dynamik, die von vielen Intellektuellen jedoch kritisch gesehen worden sei. Wie Gantet resümierte, greift das Bild einer teleologischen Entwicklung hin zur offenen Wissenschaft zu kurz.

Die zweite Session machte einen Sprung ins 20. Jahrhundert. EDGAR LEJEUNE (Rouen) führte am Beispiel der Mediävistik aus, wie der Einsatz computergestützter Instrumente in dieser Forschungscommunity spätestens ab den 1970er-Jahren breite Hoffnungen auf eine neue kumulative historische Wissensproduktion geweckt hat. Kontrovers diskutiert worden sei dabei jedoch, inwiefern sich die mediävistische Forschung hierfür neu organisieren müsse. Forderungen nach einer grundsätzlichen Reorganisation der Mediävistik, etwa durch eine Einigung auf übergeordnete Standards beim Einsatz digitaler Werkzeuge, seien Bottom‑up‑Ansätzen gegenübergestanden, die in der projektbasierten Kooperation von Historikerinnen und Historikern mit IT‑Fachpersonen einen produktiven Ansatzpunkt für methodische Weiterentwicklungen gesehen hätten. Beide Ansätze seien für die Entstehung der Digital Humanities prägend gewesen, hätten jedoch im Falle der Mediävistik nicht zur erhofften Akkumulation historischen Wissens geführt.

Wie SIMON DONIG (Marburg) mit Blick auf die historischen Sozialwissenschaften in Deutschland ausführte, kamen Diskussionen über offene Forschungsdaten hier erst in den späten 1980er-Jahren auf, als computergestützte Werkzeuge wie SPSS breit zugänglich wurden. Dennoch seien Forschungsdaten aus dieser Periode heute kaum mehr zugänglich, wie Donig anhand verschiedener Beispiele verdeutlichte. Als Grund dafür nannte er das Fehlen von Forschungsinfrastrukturen, womit er zum zweiten Teil seines Vortrags überleitete, in dem er das deutsche Konsortium NFDI4Memory vorstellte. An verschiedenen Beispielen illustrierte Donig die grosse Bandbreite an Forschungsdateninfrastrukturen, die unter dem Dach der NFDI4Memory für die historischen Wissenschaften entwickelt werden. Gleichzeitig betonte er die Vision der NFDI, unterschiedliche Forschungsdaten in einem föderierten Datenraum auf Metadatenebene miteinander zu verknüpfen.

Das Vormittagsprogramm endete mit dem ersten Podium zur Frage der Partizipation an den Wissenschaften. An die historischen Perspektiven auf Open Science der vorangehenden Vorträge anknüpfend, wollte ALESSIA SMANIOTTO (Paris) von den drei Podiumsteilnehmenden wissen, ob es tatsächlich neu sei, Nicht-Forschende in die Forschungspraxis zu involvieren. Sowohl MORGAN MEYER (Paris) als auch STEFAN WIEDERKEHR (Zürich) verwiesen auf die lange Geschichte von Amateurwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern seit dem 17. Jahrhundert. Ihr Mitwirken sei jedoch durch die Professionalisierung der Wissenschaften und die Verlagerung der Forschungspraxis in nicht-öffentliche Räume erschwert worden, betonte Meyer. Wiederkehr hingegen sah gerade in den jüngsten Entwicklungen der Digitalisierung neue Möglichkeiten zur Beteiligung von Amateurinnen und Amateuren an kollaborativ genutzten Plattformen. Mit der Frage, ob partizipative Praktiken der Wissensproduktion als Herausforderung oder als Chance für Open Science zu sehen seien, lenkte Smaniotto die Diskussion in die Gegenwart. MARINE DENIS (Grenoble) betonte die grossen Chancen der Beteiligung der Zivilbevölkerung am Beispiel von Untersuchungen zur Luftverschmutzung im Vallée d’Arve. Durch den Einbezug der Zivilbevölkerung könne lokales Wissen in die Konzeption von Forschungsprojekten einfliessen, was zu valideren Ergebnissen führe und gleichzeitig die gesellschaftliche Akzeptanz wissenschaftlicher Ergebnisse fördere.

MARCEL KNÖCHELMANN (Yale) warf in seinem Vortrag einen kritischen Blick auf die Entwicklungen von Open Science und insbesondere auf die Förderung von Open-Access-Publikationen. Das ursprüngliche Versprechen, geisteswissenschaftliche Forschung für alle zugänglich zu machen und so den wissenschaftlichen Diskurs zu öffnen, sei kaum eingelöst worden. Zwar habe sich die Grenze der Paywalls verschoben, doch da am Kern der wissenschaftlichen Bewertungslogiken und dem damit verbundenen hohen Publikationsdruck nichts geändert worden sei, hätten die oft gut gemeinten Bemühungen zur Förderung von Open Access nicht zu einer echten Öffnung der Geisteswissenschaften geführt. Aus der Perspektive der Forschenden werde Open Science deshalb vorwiegend als bürokratische Bürde wahrgenommen. Anstelle der ursprünglich für die Open-Science-Bewegung leitenden Vorstellung einer Transformation der wissenschaftlichen Kommunikation habe sich ein administratives System verfestigt, das weiterhin Exklusion reproduziere und Offenheit zur bürokratischen Pflicht erkläre.

FERNANDA BEIGEL (Cuyo) stellte die Entwicklungen von Open Science in einen globalen Kontext und stützte sich in ihren Ausführungen massgeblich auf Erkenntnisse, die sie als Vorsitzende des UNESCO Advisory Committee zur Verabschiedung einer Open-Science-Empfehlung im Jahr 2021 gewonnen hatte. Insbesondere indigene Gruppen hätten gegenüber Forderungen nach dem Teilen und Verwerten von Wissen grosse Vorbehalte geäussert und auf die Autonomie ihrer Wissenssysteme gepocht, was zur Ergänzung der FAIR-Prinzipien durch die CARE-Prinzipien geführt habe. Anhand von Open-Science-Weltkarten zeigte Beigel strukturelle Ungleichheiten bei zentralen Open-Science-Indikatoren, wie der Anzahl von ORCID-IDs oder der Anzahl vergebener DOIs pro Land. Die Förderung von Open Science sei zwar wichtig, bleibe aber vor dem Hintergrund globaler Ungleichheiten unzulänglich für eine inklusive Öffnung der Wissenschaften, wenn nicht gleichzeitig die Bewertungssysteme für wissenschaftliche Qualität revidiert würden.

Auch SAMUEL MOORE (Cambridge) präsentierte mit dem Projekt Materialising Open Research Practices in the Humanities and Social Sciences (MORPHSS) einen Ansatz zur Erweiterung und Revidierung des vorherrschenden Open-Science-Konzepts, das wegen seiner Engführung auf Prinzipien wie Transparenz und Reproduzierbarkeit in den geistes- und sozialwissenschaftlichen Disziplinen in Grossbritannien oft zurückgewiesen werde. Das Projekt MORPHSS setze dagegen bei bereits existierenden Praktiken offener Wissenschaften in den Geistes- und Sozialwissenschaften an, die in einem Katalog sichtbar gemacht werden sollen. Moore betonte, dass hierfür eine Perspektivenverschiebung weg vom Fokus auf Objekte und Ressourcen von Forschung hin zu Forschungsprozessen wichtig sei. Dadurch rückten andere Kriterien für Offenheit, wie Kollaboration und Inklusion, in den Vordergrund.

Die zweite Podiumsdiskussion zum Abschluss der Tagung war der in die Zukunft weisenden Frage «wohin führt Open Science?» gewidmet. Dumas und Natale wollten von den drei Podiumsteilnehmerinnen wissen, wie sie die Rolle der Bibliotheken bei einer – auch reflektierten und kritischen – Umsetzung von Open Science sehen. Sowohl NOÉMI COBOLET (Strasbourg) als auch ULRIKE WUTTKE (Potsdam) betonten, dass ihre Arbeit für offene Wissenschaften in der Bibliothek unterschiedliche Ebenen beinhalte, von der Entwicklung neuer Policies über den Aufbau neuer Infrastrukturen bis hin zur Notwendigkeit, zusammen mit Forschenden eine Praxis offener Wissenschaften zu etablieren. Die eigene Rolle, so betonte Wuttke, bestehe oftmals auch darin, unbequeme Fragen zu stellen. CHRISTIANE SIBILLE (Zürich) lenkte den Blick auf konkretere Aufgaben und Herausforderungen für Bibliotheken beim Bereitstellen und Zugänglichmachen eigener Sammlungen. Dem Aufbau nationaler Dateninfrastrukturen, wie er mit den NFDI in Deutschland vorangetrieben werde, mass Sibille eine wichtige Bedeutung bei, da diese ein gemeinsames Dach für benötigte technische Innovationen bereitstellen würden – was in der Schweiz jedoch fehle. Als kritisch stufte Wuttke die Entwicklungen im Bereich Open Access ein. Obwohl es vielversprechende Ansätze gebe, drohten kommerzielle Akteure die Überhand zu gewinnen, weshalb man hier an einem kritischen Kipppunkt angelangt sei. An diese Bedenken anknüpfend schlug Cobolet vor, die Mittel von Bibliotheken weniger für APCs und stattdessen vielmehr für den Aufbau offener Wissens- und Vermittlungsräume in Bibliotheken – an der Schnittstelle zwischen Forschung und Bevölkerung – nach dem Vorbild von Learning Centers in Frankreich zu verwenden.

Die Tagung schaffte es gerade mit der Frage nach den historischen Vorläufern von Open Science, einen interessanten Reflexionsraum aufzuspannen. Offenheit, so zeigte sich, war seit dem 18. Jahrhundert ein umstrittenes und wandelbares Konzept, das eng mit spezifischen Wissenschaftsvorstellungen und -praktiken sowie mit medialen und technischen Entwicklungen verknüpft war. Die Tagung regte denn auch dazu an, vorherrschende Konzepte und Open-Science-Stossrichtungen kritisch zu hinterfragen. Besonders ergiebig waren die zahlreichen Anregungen zur Erweiterung und Anpassung von Open Science – auch über die Geschichtswissenschaften hinaus –, etwa mit einem neuen Fokus auf die Offenheit von Forschungsprozessen und auf die Rolle von Bibliotheken bei der Ermöglichung von Wissensaustausch und Kollaboration, sowohl innerhalb der Forschung als auch mit der Bevölkerung.  

 

Programm

Begrüssung: Enrico Natale (infoclio.ch), Simon Dumas Primbault (CNRS), François Vallotton (Université de Lausanne)

 

Session 1: Die Anfänge der Öffnung der Wissenschaften

Claire Gantet (Université de Fribourg) : Transparence et ouverture ou fermeture : pratiques et publics de la science, 1660-1800

Maria Chiara Pievatolo (Università di Pisa): Science as “A Problem Not Yet Fully Resolved”: Universities and the Public Use of Reason Between Kant and Humboldt

 

Session 2: Eine Technikgeschichte von Open Science

Edgar Lejeune (Université de Rouen): How to Produce Open Data? Epistemological and Organizational Challenges in Medieval History (1960-1990)

Simon Donig (Herder Institut, Marburg): 404 Data Not Found! Offenheit und Nachhaltigkeit in der deutschen Geschichtswissenschaft

 

Podium: Wer darf heute an den Wissenschaften teilnehmen?

  • Morgan Meyer (CNRS)
  • Marine Denis (Institut écocitoyen Pays du Mont-Blanc)
  • Stefan Wiederkehr (Zentralbibliothek Zürich)
  • Moderation: Alessia Smaniotto (OpenEdition)

 

Session 3: Über die Grenzen von Open Science hinaus

Marcel Knöchelmann (Yale University): A Missed Revolution: Open Humanities and the Unforced Force of the Better Argument

Fernanda Beigel (Universidad National de Cuyo): Towards an Inclusive Open Science

Samuel Moore (Cambridge University Library): “Morphing” Open Science for the Humanities and Social Sciences

offene Fragerunde

 

Podium: Wohin führt Open Science?

  • Noémi Cobolet (Université de Strasbourg)
  • Ulrike Wuttke (Fachhochschule Potsdam)
  • Christiane Sibille (ETH Bibliothek Zürich)
  • Moderation: Simon Dumas Primbault (OpenEdition Lab, CNRS), Enrico Natale (infoclio.ch)
  • 1Dieser Bericht entstand im Auftrag von infoclio.ch.

In preparazione alla conferenza, infoclio.ch pubblica una serie di articoli di blog sull'attualità dell'Open Science in Svizzera e oltre. La serie presenta diversi progetti in corso, segnala risorse disponibili online e offre spazio per riflessioni.

Joachim Schöpfel, Ulrich Herb, and Niels-Oliver Walkowski share the recordings of the lecture series «Open Divide - Critical Studies on Open Access» they are organising, which lays the foundation of a new edition of the edited book «Open Divide: Critical Studies on Open Access» to be published in 2026. 

Nell'attuazione dell'Open Science, biblioteche, centri dati e altri istituti di ricerca offrono supporto sotto forma di servizi e infrastrutture. Gero Schreier (Universitätsbibliothek Bern) presenta nel suo contributo l'offerta di supporto per la gestione dei dati di ricerca della Biblioteca universitaria di Berna e spiega quali compiti spettano ai Data Stewards in questo contesto.

Il Diamond Open Access è considerato la formula ideale per garantire il libero accesso alle riviste online. Tuttavia, questo modello si sta sviluppando solo lentamente in Svizzera. Nel suo contributo, Beat Immenhauser (ASSH) spiega le sfide da affrontare per intraprendere la «via del diamante» e come potrebbe nascere un modello di finanziamento sostenibile per le riviste Diamond Open Access.

La conferenza «DasSCHCon 2025 - Cultural Institutions in the Digital Age. The Future of Infrastructures» si è tenuta il 15 ottobre 2025 a Berna e ha offerto una panoramica della gestione dei dati e delle infrastrutture digitali nelle istituzioni culturali (archivi, biblioteche, musei) in Svizzera. Enrico Natale (infoclio.ch) riporta qui una sintesi delle discussioni. 

Il programma  «Wikipediani e Wikipediane in residenza» consente di avviare collaborazioni tra istituti di ricerca e l'enciclopedia collaborativa Wikipedia. In questo articolo, Delphine Montagne, ingegnere di ricerca e wikipediana in residenza nel 2025 presso l'URFIST di Lione, presenta questa iniziativa e i progetti di Open Science realizzati in questo contesto. 

La nuova strategia nazionale Open Access 2024 comprende lo sviluppo e il coordinamento di infrastrutture e servizi, in particolare per il Diamond Open Access. Elio Pellin (Biblioteca universitaria di Berna UB) spiega nel suo articolo come la piattaforma Bern Open Publishing (BOP) lavori per un modello di pubblicazione scientifica guidato dagli stessi ricercatori e in quali progetti sia impegnata la Biblioteca universitaria di Berna per migliorare la pubblicazione istituzionale Diamond OA.

In questo articolo, Pierre Mounier (EHESS; OPERAS) ritiene che il periodo attuale corrisponda alla fine di un'era nelle relazioni tra scienza e società. In questo contesto, scrivere la storia dell'Open Science significa interrogarsi su come Internet e i modelli di gestione neoliberali negli istituti di ricerca abbiano profondamente trasformato l'idea di autonomia della ricerca, storicamente difesa dagli stessi ricercatori.

Questo articolo tratta del ravvicinamento tra Open Science e Citizen Science. È basato su una discussione tenutasi a Losanna nel giugno 2025. Simon Dumas Pimbault (Open Edition Lab) raccoglie i principali argomenti emersi, dando ampio spazio alle citazioni dirette dei relatori.

La Citizen Science si basa sull'idea che anche persone esterne al mondo accademico – i cittadini – possano collaborare con i ricercatori. Tizian Zumthurm, responsabile di progetto Citizen Science presso la Fondazione Science et Cité, offre nel suo contributo una breve sintesi dello sviluppo della Citizen Science in Svizzera e presenta una checklist interattiva per la pianificazione e la realizzazione di progetti.

Le infrastrutture di ricerca sono pilastri fondamentali della scienza aperta. In questo articolo, Stephen Hart (Università di Berna) e Francesco Beretta (Università di Neuchâtel) discutono il contesto e l'attualità di un progetto di infrastruttura di ricerca centrato sulla gestione di dati storici in un ambiente Linked Open Data.

Tra il 2023 e il 2025, l'Open Elite Data Project si è impegnato a rendere pubblici e accessibili i dati della banca dati dell'Osservatorio svizzero delle élite (OBELIS). Questo articolo, redatto da Felix Bühlmann, illustra i principali risultati del progetto e le sfide incontrate tra i requisiti di protezione dei dati e quelli di accessibilità.

Moritz Mähr e Moritz Twente fanno il punto su un workshop da loro organizzato sull'open access e l'open peer review nelle digital humanities. Il loro contributo presenta alcune possibili alternative all'attuale sistema di pubblicazione scientifica, basate sull'impegno delle comunità di ricercatori, l'archiviazione su server di pre-print e la peer review collaborativa.

In questo contributo, Thomas Leibundgut, co-coordinatore di Open Science presso swissuniversities, presenta le ambizioni e i risultati del programma nazionale svizzero Open Science. A partire dai due assi strategici – Open Access e Open Research Data –, l’autore mette in evidenza i progressi compiuti tra il 2021 e il 2024, così come i nuovi orientamenti del programma Open Science II (2025-2028). La discussione include anche progetti emblematici provenienti dalle scienze umane e sociali.

Cristina Grisot, coordinatrice della rete DARIAH-CH, ripercorre la giornata di studio dedicata ai principi FAIR (Findable, Accessible, Interoperable, Reusable) e CARE (Collective Benefit, Authority to Control, Responsibility, Ethics) nelle scienze umane e sociali. Nel suo testo, mette in evidenza le sfide concrete affrontate da ricercatrici e ricercatori nell'applicazione di questi principi e propone una riflessione sulle questioni etiche, tecniche e politiche legate alla gestione responsabile dei dati nelle SHS.

Julien Raemy è Data Scientist presso gli Archivi federali svizzeri e docente alla HEG di Ginevra. In questo contributo, presenta i principali assi del suo corso sul tema dell'Open Data e sottolinea i vantaggi delle piattaforme e dei formati aperti nell’ambito della formazione, che permettono di rendere i contenuti didattici accessibili al maggior numero di persone.

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infoclio.ch Conference 2025: Open Science in History - From Enlightenment to Artificial Intelligence
2025-Open Science und Geschichte