infoclio.ch veranstaltet am 20. November 2026 in Bern in Zusammenarbeit mit Rosi Braidotti (University of Utrecht) und Tatiana Crivelli (Universität Zürich) seine Jahrestagung zum Thema «New Humanities. Geisteswissenschaften im 21. Jahrhundert.»
Im Vorfeld dieser Tagung publiziert infoclio.ch eine Reihe von Blogbeiträgen zum Posthumanismus, relationalen Ansätzen in den Geistes- und Sozialwissenschaften sowie zu Verbindungen zwischen Kunst und Wissenschaft.
In the run-up to this conference, infoclio.ch published a series of blog posts on current topics related to open science in Switzerland and beyond. The aim of the blog series is to present new projects, highlight online resources, and open up space for reflection and discussion.
Rosi Braidotti (University of Utrecht), Philosophin und führende Denkerin des Posthumanismus sowie Mitorganisatorin der infoclio.ch-Tagung 2026, präsentiert ein ABC, bestehend aus 26 kurzen Videos, die die Konzepte und Begriffe veranschaulichen, die in ihrem philosophischen Werk grundlegend sind. Die Videos wurden 2026 realisiert und zuerst auf ihrem Instagram-Account veröffentlicht.
Der Posthumanismus führt Praktiken der Wissensproduktion aus Kunst und Wissenschaft zusammen. Cristina Urchueguía (Universität Bern) stellt in diesem Blogbeitrag die Studies in the Arts (SINTA) vor, ein praxisorientiertes Graduiertenprogramm der Universität Bern und der Hochschule der Künste Bern, das geistes-, kultur- und sozialwissenschaftliche sowie künstlerische Disziplinen verbindet.
Anne Volvey (Université d'Artois) skizziert die Auswirkungen einer «relationalen ästhetischen Wende» in den heutigen Geistes- und Sozialwissenschaften. Sie erläutert, wie Sensibilität und Emotionen bei der Wissensproduktion in vielen Disziplinen eine zunehmend zentrale Rolle spielen und damit sowohl in wissenschaftlicher als auch in politischer Hinsicht neue Horizonte eröffnen.
Die Ausstellung «Was sich als Natur zeigt» der Künstlerin Luzia Hürzeler im Kunstmuseum Solothurn hinterfragt die Präsenz von Tieren in wissenschaftlichen Sammlungen. Indem sie die Machtverhältnisse und die technischen Verfahren sichtbar machen, die für die Erstellung dieser Darstellungen unerlässlich sind, enthüllen die ausgestellten Werke die Kehrseite der «naturalistischen» Inszenierungen der Natur. In seinem Bericht geht Enrico Natale den Parallelen zwischen dem künstlerischen Ansatz und der historischen Methode sowie den möglichen Kooperationen zwischen Kunst und Wissenschaft nach.
Gregor Brändlis Film «Elephants & Squirrels» dokumentiert die Rückführung von menschlichen Überresten, die in den Sammlungen des Museums der Kulturen in Basel aufbewahrt wurden, in ihre Herkunftsgemeinschaft, die Adivasis von Sri Lanka. In ihrem Bericht reflektiert Caroline Montebello (UniDistance Schweiz / Universität Basel) über den Film und die Besonderheiten, dass er Aktivistinnen und Aktivisten sowie den Herkunftsgemeinschaften, die in historischen Archiven oft unsichtbar bleiben, eine Stimme verleiht und einen umfassenden Überblick über einen Restitutionsprozess bietet.
