Cliocast #34: Silvia Berger spricht über ihr Buch «Bunkerland»

Silvia Berger Ziauddins Buch «Bunkerland» führt in den Schweizer Untergrund. Es begleitet Ingenieure und Planer, untersucht ihre Netzwerke und Konzepte und zeigt, wie Wissen im Kalten Krieg transatlantisch zirkulierte und Schweizer Schutzräume zum globalen Exportschlager avancierten. Ab den späten 1970er Jahren verlor der Zivilschutzbunker seine Aura unantastbarer Sicherheit und wurde zur Bühne für neue Klänge und Gefühle, für veränderte Geschlechter- und Lebensentwürfe. Diesen alternativen Nutzungsformen geht das Buch ebenfalls nach und zeigt schliesslich auch, wie der Atomschutzbunker angesichts aktueller Krisen erneut ins Blickfeld rückt. 

In der neusten Cliocast-Folge spricht Silvia Berger Ziauddin mit Séveric Yersin über das ungewöhnlich breite Quellenspektrum, das erforderlich ist, um militärische, politische, wissenschaftliche und kulturelle Dimensionen des Bunkers sowie die vielfältigen Formen seines sozialen Gebrauchs erfassen zu können. Sie erklärt, wie im Kalten Krieg neue Schutzkonzepte aufkamen, wie der Bunker sich in der Schweiz etablierte und zum Ausdruck einer Ideologie der Machbarkeit und der technokratischen Rationalität wurde - und wie sich dieser regulierte Raum zum Gegenstück des gesellschaftlichen Wandels entwickelte, der Ende der 1960er Jahre einsetzte. Abschliessend geht das Gespräch den Fragen nach, ob der Bunker die richtige Antwort auf das heutige Zeitalter der Polykrisen sein kann und welche Rolle der Historikerin in gegenwärtigen Debatten zukommt.

Die 34. Cliocast-Folge ist frei und online verfügbar. 

 

Berger, Silvia: Bunkerland. Die Schweiz im nuklearen Zeitalter. Eine Raumgeschichte, Göttingen 2026.