Das Promotionsprojekt untersucht politische Feste während der turbulenten Jahre der Helvetischen Republik, des kurzlebigen ersten Schweizer Nationalstaats. Im Zeitalter der Revolutionen wurden neue Formen politischer Feste entwickelt und erprobt, die den neuen revolutionären Politikformen entsprechen sollten. Die Revolutionäre verstanden politische Feste als essenziele Vehikel zur Legitimierung und gesellschaftlichen Verankerung von Normen, Zukunftsvisionen und Ordnungsvorstellungen, wie etwa jener der Menschenrechte, der Volkssouveränität und der Nation. Feste sollten die Prinzipien der neuen Verfassung symbolisch kommunizieren und in Zeiten beschleunigten Wandels und allgemeiner Verunsicherung möglichst stabile Identitäts-, Sinnstiftungs- und Zugehörigkeitsangebote machen. Durch das multimediale Zusammenspiel von Reden, Musik, Theater, Architektur und Tanz sollten sie Atmosphären und soziale Umgebungen herstellen, in denen sich intensive kollektive Emotionen entwickeln konnten. Wie die Helvetische Republik selbst waren auch ihre Feste von Beginn an höchst umstritten, krisenbehaftet und von zahlreichen Konfliktlinien durchzogen. Auch die Gegner des revolutionären Umbruchs nutzten sie als Mobilisierungsmittel in antihelvetischen Aufständen, die ebenfalls einen Teil der Untersuchung bilden werden.
Politische Feste während der Helvetischen Republik (1798–1803)
Tipo di ricerca
Dottorato
Stato
laufend/en cours
Cognome del docente
Prof.
Nadir
Weber
Co-direttore
Juri Auderset
Istituzione
Historisches Institut
Luogo
Bern
Anno
2025/2026
Abstract