Politische Feste während der Helvetischen Republik (1798–1803)

Nom de l'auteur
Jakob
Spengler
Type de travail
Thèse
Statut
laufend/en cours
Nom du professeur
Prof.
Nadir
Weber
Codirecteur
Juri Auderset
Institution
Historisches Institut
Lieu
Bern
Année
2025/2026
Abstract

Das Promotionsprojekt untersucht politische Feste während der turbulenten Jahre der Helvetischen Republik, des kurzlebigen ersten Schweizer Nationalstaats. Im Zeitalter der Revolutionen wurden neue Formen politischer Feste entwickelt und erprobt, die den neuen revolutionären Politikformen entsprechen sollten. Die Revolutionäre verstanden politische Feste als essenziele Vehikel zur Legitimierung und gesellschaftlichen Verankerung von Normen, Zukunftsvisionen und Ordnungsvorstellungen, wie etwa jener der Menschenrechte, der Volkssouveränität und der Nation. Feste sollten die Prinzipien der neuen Verfassung symbolisch kommunizieren und in Zeiten beschleunigten Wandels und allgemeiner Verunsicherung möglichst stabile Identitäts-, Sinnstiftungs- und Zugehörigkeitsangebote machen. Durch das multimediale Zusammenspiel von Reden, Musik, Theater, Architektur und Tanz sollten sie Atmosphären und soziale Umgebungen herstellen, in denen sich intensive kollektive Emotionen entwickeln konnten. Wie die Helvetische Republik selbst waren auch ihre Feste von Beginn an höchst umstritten, krisenbehaftet und von zahlreichen Konfliktlinien durchzogen. Auch die Gegner des revolutionären Umbruchs nutzten sie als Mobilisierungsmittel in antihelvetischen Aufständen, die ebenfalls einen Teil der Untersuchung bilden werden.