Die Kommunistische Internationale war eine Weltpartei mit grossem Einfluss auf ihre Sektionen. Die Geschichte der KPS war von Anfang an eng mit derjenigen der Internationalen verbunden, auch wenn sie zeitlebens relativ klein und mit verhältnismässig geringem Einfluss in der Komintern blieb. Immer wieder kam es jedoch zu Konflikten innerhalb der Partei und mit der Linie der Komintern. In diesen Momenten investierte die Komintern viel Zeit und Energie um in der Schweizer Sektion zu intervenieren. In dieser Arbeit wird der Frage nachgegangen, über welche Mittel die Komintern verfügte, um auf die KPS einzuwirken und wie sie diese einsetzte. Dazu werden konkret zwei Konflikte untersucht, einerseits jener in Zürich 1921–1923 und andererseits derjenige in Schaffhausen 1928–1930, der mit der Gründung der KPO endete. Aufgrund der unterschiedlichen Endresultate liegt die Vermutung nahe, dass sich die Interventionsmethoden der Komintern im Verlauf der Zeit verändert haben. Zu diesem Zweck wurden die Strukturen und Mittel der Komintern analysiert sowie Briefe und Besuche von Komintern-Delegierten an entscheidenden Versammlungen der KPS untersucht und die beiden Zeitperioden miteinander verglichen. Die konsultierten Quellen bestätigen den ursprünglichen Eindruck. Während in der ersten untersuchten Periode der Versuch des geduldigen Erklärens und der Ausbildung der Partei im Vordergrund stand, war die zweite Periode dominiert von Diffamierungen, Angriffen und Ausschlüssen.