CfP: Soziale und ökonomische Aspekte des transalpinen Gütertransports. Multiperspektivische Zugänge (16. bis 19. Jahrhundert)

15. Maggio 2026
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Workshopbeschreibung
Transalpiner Gütertransport stellte in der Frühen Neuzeit und bis ins 19. Jahrhundert eine zentrale soziale und ökonomische Praxis in alpinen und angrenzenden Räumen dar. Infrastrukturen (Wege, Brücken, Saum- und Fuhrwege, Lager- und Umschlagplätze, Zollstationen, Wirtshäuser, Pferdeställe und Hospize) waren dabei ebenso entscheidend wie die Praktiken und Aushandlungen der beteiligten Akteur:innen – von lokalen Transportgenossenschaften und Versorgungsdiensten bis zu überregionalen Handels- und Verwaltungszusammenhängen.

Der Workshop diskutiert Infrastruktur und Logistik aus unterschiedlichen Perspektiven: Wirtschafts- und sozialgeschichtliche Analysen werden mit Zugängen der Umweltgeschichte, der Architektur- und Baugeschichte, der materiellen Kulturforschung sowie mit archivwissenschaftlichen Perspektiven verschränkt. Der geografische Schwerpunkt liegt auf den Schweizer Alpen mit besonderer Berücksichtigung von Graubünden; ausdrücklich willkommen sind jedoch auch Beiträge zu anderen Alpenräumen sowie vergleichende oder transregionale Ansätze.

Ziele des Workshops
Der Workshop verfolgt drei miteinander verbundene Zielsetzungen:

  1. Der Workshop dient dem wissenschaftlichen Austausch zu transalpinem Gütertransport, Transitökonomien, Logistik und Infrastruktur im Zeitraum von der Frühen Neuzeit bis ins 19. Jahrhundert – mit besonderer Einladung an Kolleg:innen und Themen mit Bezug zu Graubünden und den Schweizer Alpen.
  2. Der Workshop umfasst ein eigenes Projektfenster zur Vorstellung und Diskussion des ERC-Advanced-Grant-Projekts ALPINNKONNECT (Universität Wien, PI: Prof. Dr. Margareth Lanzinger). Dieses Projekt untersucht die Praxis transalpinen Transitverkehrs im 18. Jahrhundert entlang zentraler Alpenrouten und wendet dabei einen Ansatz der sozio-materiellen und umweltbezogenen Verflechtung an.
  3. Zusätzlich ist ein Block für öffentliche und private Archive, Museen und Sammlungen vorgesehen: Im Austausch mit Expert:innen aus Gedächtnisinstitutionen werden Quellenlagen, Erschliessungs- und Zugangsfragen sowie Überlieferungslogiken diskutiert.

Themenfelder
Einreichungen sind unter anderem zu folgenden Feldern willkommen (auch in Kombination und methodisch-explorativ):

Akteur:innen und Praktiken
Säumer/Porter, Fuhrleute, Flösser, Spediteure, Händler:innen, Gastwirt:innen, lokale Genossenschaften bzw. Wegeorganisationen sowie Zoll- und Verwaltungsakteure; Arbeits- und Haushaltskontexte, Geschlecht, Verwandtschaft und Betriebskonstellationen in Transitökonomien.

Waren, Versorgung und Alpenwirtschaft
Güterarten, Saisonrhythmen, Risiken, Preise und Konflikte; Querbezüge zu Porten- und Saumwesen, Viehzucht, Alpenwirtschaft, Handwerk sowie lokalen Produktions- und Marktverflechtungen.

Infrastruktur, Baukultur und Materialität
Wege- und Brückengeschichte, Passanlagen, Gasthäuser und Hospize, Ställe sowie Lager- und Umschlagstrukturen, Zoll- und Kontrollorte; ausdrücklich eingeladen sind Beiträge aus Architektur- und Baugeschichte, die wirtschafts- und sozialgeschichtliche Kontexte aufgreifen.

Umwelt, Raum und Wissen
Umweltbedingungen (Witterung, Saisonalität, Extremereignisse), Instandhalten und Reparieren als Praxis, Ressourcen- und Materialflüsse; Karten, Routenwissen sowie Verwaltungs- und Messpraktiken.

Quellen, Archive und Sammlungen
Amtsüberlieferungen (Gerichts-, Zoll-, Strassen- bzw. Wegeakten), Unternehmens- und Familienarchive, Korrespondenzen, Fracht- und Begleitpapiere sowie Inventare; Objekt- und Baubefunde; methodische Beiträge zu Erschliessung, Zugängen und Kooperationen zwischen Forschung und Institutionen.

Formate
Vorgesehen sind:

  • Vorträge (20 Minuten) plus Diskussion
  • Kurzinputs/Werkstattbeiträge (10 Minuten) plus Diskussion, insbesondere zu Quellenbeständen, Erschliessungsprojekten, Sammlungen, Privatarchiven oder methodischen Zugängen

Sprachen
Deutsch, Italienisch, Englisch.

Teilnahme
Bitte senden Sie bis zum 15. Mai 2026 ein Abstract (300–500 Wörter) sowie kurze biografische Angaben (max. 150 Wörter) an info@kulturforschung.ch

Bitte geben Sie im Abstract an, ob Sie Ihren Beitrag einreichen als: Vortrag (20 Min.) / Kurzinput (10 Min.).
Reise- und Übernachtungskosten für Referierende werden übernommen.

Organisation
Dr. Rachele Delucchi (Institut für Kulturforschung Graubünden)
Prof. Dr. Margareth Lanzinger (Universität Wien)

Kontakt
Institut für Kulturforschung Graubünden, Reichsgasse 10, 7000 Chur
info@kulturforschung.ch

Organizzato da
Institut für Kulturforschung Graubünden / Forschungsgruppe ALPINNKONNECT (ERC AdG, Universität Wien)

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Informazioni sui costi

CHF 0.00

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