Im Fokus des Dissertationsprojekts steht die Analyse von Söldnermemoiren, die im Kontext des Krimkriegs (1853-1856) entstanden sind. Das Projekt soll untersuchen, wie Mitglieder der Zuavenregimenter, der Legiony Polskie, der British-German-Legion, der British-Swiss-Legion und der Seconde Légion Étrangère in Selbstzeugnissen (Autobiographien, Briefen und Tagebüchern) ihren Einsatz in einer Fremdenlegion in den 1850er-Jahren rückblickend darstellen. Ziel des Projektes ist es, ausgehend von den Söldnermemoiren eine Kollektivbiographie zu verfassen. Die vergleichende Analyse der individuellen Lebensläufe soll Aufschluss über Erfahrungs- und Handlungsräume der Söldner sowie ihren Habitus geben. Im Fokus stehen besonders die in den Memoiren fassbaren Selbstbilder der Söldner sowie «kollektive Erinnerungsdiskurse» der 1850er- und 1860er-Jahre. Ein angestrebtes Novum der Dissertation ist die Tatsache, dass erstmals in einer Forschungsarbeit über Krimkriegssöldner unveröffentlichte, in Kurrentschrift verfasste Selbstzeugnisse, die sich seit 1932 infolge einer britischen Schenkung im Archivbestand des Schweizerischen Bundesarchivs (Bern) befinden, konsultiert und mit Quellenbeständen aus der Bibliothèque nationale de France (Paris), dem National Archive (London) sowie der Biblioteka Narodowa (Warschau) verglichen werden. Aufgrund der auffallenden Mobilität der Krimkriegssöldner wird durch die Analyse auch ein Erkenntnisgewinn im Bereich der europäischen Verflechtungsgeschichte angestrebt. Die Dissertation soll einen Beitrag zur Erforschung von kulturellen Transferprozessen im 19. Jahrhundert und zur sozialgeschichtlichen Krimkriegs-Historiographie leisten.
Lebenswelten von Krimkriegssöldnern in den 1850er- und 1860er-Jahren: Eine transnationale Kollektivbiographie
Tipo di ricerca
Dottorato
Stato
laufend/en cours
Cognome del docente
PD Dr.
Peter
Collmer
Istituzione
Historisches Seminar
Luogo
Zürich
Anno
2025/2026
Abstract