Das Dissertationsprojekt befasst sich mit der Arbeit von Telefonistinnen in den Schweizer Telefonzentralen. Telefonistinnen stellten Verbindungen zwischen den Telefonteilnehmer*innen her und vermittelten ihnen den Umgang mit dem Telefon.
Ausgangspunkt des Dissertationsprojekts ist, dass seit dem letzten Drittel des 18. Jahrhunderts ein Frauenbild ausgeformt wird, demzufolge Frauen für den häuslichen Bereich und für die Pflege sozialer Beziehungen sowie die dafür notwendige Kommunikation besonders geeignet seien. Nach diesem bürgerlichen Ideal war (und ist) Kommunikationsarbeit - so zumindest die These des Projekts - Frauenarbeit.
Anhand der Untersuchung eines typischen Frauenberufs, nämlich der Telefonistin, wird gefragt, inwieweit diese bürgerlichen Zuschreibungen auch in Technisierungsprozessen stabil bleiben, wie Technologien kulturelle Genderstereotype stabilisieren oder transformieren und welchen Einfluss sie auf kommunikative Ideale und Praktiken sowie auf die Organisation und Bewertung von Arbeit und Wissen haben.