Im Ewigen Eis – Vorstoss an die Grenzen der menschlichen Vitalität. Verpflegung und Vorräte auf ausgewählten Antarktisexpeditionen von 1819 bis 1917

Cognome dell'autore
Jacqueline
Gottschall
Tipo di ricerca
Tesi di master
Stato
abgeschlossen/terminé
Cognome del docente
Prof.
Christian
Rohr
Istituzione
Historisches Institut
Luogo
Bern
Anno
2021/2022
Abstract


Hunger und Entbehrung liessen Entdecker und Forscher während des 19. und 20. Jahrhunderts an die Grenzen ihrer Vitalität stossen. In besonderer Intensität kristallisierten sich diese Faktoren bei Expeditionen in die lebensfeindliche Wildnis der Antarktis heraus. Für die Teil-nehmer solcher Expeditionen war es schliesslich keine Selbstverständlichkeit, die gefährlichen Reisen überhaupt zu überleben. Hierbei spielten nicht nur die allgemeine Ausrüstung und die Wetterlage eine Rolle, sondern auch ein ausreichender Vorrat an essenziellen und vor allem geeigneten Nahrungsmitteln, die den Beteiligten das Gelingen solch eines Vorhabens erst ermöglichten.

Diese Arbeit befasst sich mit der Zusammenstellung der Verpflegung und den mitgeführten Vorräten ausgewählter Antarktisexpeditionen zwischen 1819 und 1917. Dabei steht ergänzend die Untersuchung von Gemeinsamkeiten und Unterschieden hinsichtlich der Verpflegung und des Proviants im Zentrum, zudem eine Gesamtevaluation der Verpflegungs- und Vorratssituation während rund 100 Jahren Antarktisforschung. Hauptbestandteile des Quellenkorpus bilden Tagebücher und Reiseberichte von verschiedenen Expeditionsmitgliedern – beispielweise Ärzten oder Köchen – in denen sich teilweise detaillierte Beschreibungen und Auflistungen zu vielfältigen Aspekten des Expeditionsalltags finden lassen. Die Analyse dieser Quellen ermöglicht eine breitgefächerte Auswertung hinsichtlich der Fragestellung, die von verschiedensten Komponenten abhängig ist: der allgemeinen Planung vor den Expeditionen, der Auswahl der Fortbewegungsmittel, der Erfahrung der Köche bis hin zur Beschaffung der Expeditionsschiffe und den jeweiligen Wetterbedingungen.

Die Auseinandersetzung mit den Tagebüchern und Reiseberichten hat ergeben, dass sowohl die Verpflegung als auch die Vorräte stark von der Art der Expedition abhängig waren. Expeditionsteilnehmer, die entweder nur auf dem Expeditionsschiff blieben, oder nicht in der Antarktis überwinterten, mussten sich weniger differenzierte Gedanken über die Proviantzusammenstellung machen als jene, die Schlittenfahrten und Überwinterungen auf dem Kontinent selbst planten. Auch die Grösse der Mannschaft und das Volumen beziehungsweise die Qualität der Expeditionsschiffe waren entscheidend für die Auswahl und Menge der mitgeführten Lebensmittel sowie das allgemeine Ziel der Expedition und die Erfahrung der Expeditionsleiter, -ärzte und -köche. Nahrhafte Lebensmittel wie Brot, Suppen, Biskuits und Schokolade gehörten neben Pemmikan und anderen konservierten Gütern wie Kartoffeln und Gemüse zu praktisch jedem Expeditionsproviant. Auch Kaffee, Kakao und Milchpulver wurde in grossen Mengen mitgeführt. Die Art und Zusammensetzung der Lebensmittel der betrachteten Expeditionen veränderten sich im untersuchten Zeitraum kaum bis gar nicht. In Bezug auf Erkrankungen lässt sich zusätzlich festhalten, dass auf allen Expeditionen irgendein Lebensmittel gegen Skorbut mitgeführt wurde. Zitronensaft und Sauerkraut ergänzten die zunehmend populär werdende und sich bewährende Frischfleischversorgung durch Robben- und Pinguinfleisch.

Anhand der gesammelten Informationen zur Verpflegung wird deutlich, dass oftmals versucht wurde, eine möglichst abwechslungsreiche und kalorienhaltige Ernährung sicherzustellen, was in den meisten Fällen auch gelang. Misserfolge von Expeditionen und Todesfälle hingegen hingen nicht ausschliesslich mit der Planung und der Qualität der Verpflegung und der Vorräte zusammen. Unvorhersehbare Wetterumschwünge, Kommunikationsschwierigkeiten und Verluste von Schiffen und Gebrauchsmaterialien wirkten sich jeweils direkt auf die Verpflegungs- und Vorratssituation für die jeweiligen Mannschaften aus. Genaue Berechnungen des benötigten Proviants basierend auf Erfahrungen, sauber durchgeführte Depotanlagen und technische Verbesserungen im Bereich der Verpackungen und Behältnisse erleichterten schliesslich die Fortbewegung und das Überleben der Expeditionsteilnehmer auf dem Antarktischen Kontinent.

Accesso al lavoro

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