Moritz Tramer und die «Zeitschrift für Kinderpsychiatrie» 1934–1963
Moritz Tramer war ein Pionier der Kinderpsychiatrie, die als neues Fachgebiet Kinder ins Zentrum wissenschaftlichen Interesses rückte. 1934 gründete Tramer die «Zeitschrift für Kinderpsychiatrie», die in den Kriegsjahren ein Ort internationaler Vernetzung wurde, der auch jüdischen Forscher:innen im Exil eine Plattform bot. Die Zeitschrift war interdisziplinär; sie veröffentlichte auch Beiträge aus der Psychologie, Psychoanalyse, Psychohygiene und (Heil-)Pädagogik. Eine besondere Bedeutung kam Kinderzeichnungen zu, die als eine Sprache verstanden wurden, die Kindern zur Verfügung stand, und zugleich als ein Schema, nach dem sie taxiert werden konnten. Trotz ihrer pionierhaften Leistung erfuhren Moritz Tramer, der 1937 auch die international beachtete Kinderbeobachtungsstation «Gotthelfhaus» in Biberist gründete, und seine Frau, die Psychologin und Pazifistin Franziska Baumgarten, nicht die erwünschte Anerkennung und sind bis heute erstaunlich unbekannt.
Buchvernissage mit den Herausgeberinnen Katrin Luchsinger und Stefanie Mahrer sowie Gregor Spuhler (Moderation).
Mit anschliessendem Apéro.
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