Rezensionsessay: Kosmos, Käse, Theorie. Über Dönnis Erdscheibe

In seinem Buch «Dönnis Erdscheibe» erzählt Urs Hafner die Geschichte des Luzerner Molkereibesitzers und Käsemachers Melchior Dönni, der um 1900 ein bemaltes, aus Gips gefertigtes Relief patentieren liess, das die Erde zur Scheibe macht. Über Jahrzehnte arbeitete Dönni, einer der ersten «Flacherdler» im deutschen Sprachraum, sein geozentrisches Weltbild aus. Fragen nach der Herkunft dieser Ideen lässt Hafner probabilistische Antworten folgen, «verwoben in lokalgeschichtliche Anekdoten und kulturhistorische Umstände, die dem scheinbar Individuellen in Dönnis Denken Kontext geben», schreibt Kris Decker (Luzern) über das Buch.

Ausgehend von Hafners Studie reflektiert Decker in seinem Rezensionsessay über den Status verschiedener Wissensformen und ihr Verhältnis untereinander. Er thematisiert zudem die Involvierung des Autors und die Machart des Buchs, das Dönni die gleichen Würden angedeihen lasse, «wie sie bedeutenden Figuren des wissenschaftlichen Lebens vorbehalten wären». Hafner werfe damit weitreichende Fragen auf, etwa über den «Ort nicht-wissenschaftlicher Protagonistinnen und Protagonisten in einer Mikrogeschichte des Denkens». 

Lesen Sie die ganze Rezension frei und online auf infoclio.ch und HSozKult. 

 

Decker, Kris: Rezension zu: Hafner, Urs: Dönnis Erdscheibe. Ein Käser und seine Welt. Zürich 2025, in: infoclio.ch, 02.06.2026, <https://www.infoclio.ch/de/rez?rid=154739>.