In ihrem Buch «Prekäre Liberalisierung» untersucht Sarah Baumann die sexuelle Arbeit von Frauen aus einer arbeits- und geschlechterhistorischen Perspektive. Sie richtet den Blick auf Schweizer Städte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und fragt danach, wie sich gesellschaftliche Debatten, behördliche Regulierungen und Praktiken rund um die Sexarbeit in urbanen Räumen gestalteten und veränderten.
Sarah Baumann gelinge es, das Phänomen der sexuellen Arbeit in seiner Vielschichtigkeit aufzufächern, schreibt Mareen Heying (Münster) in ihrer Rezension. Sie gibt einen Überblick über die im Buch herausgearbeiteten staatlichen Regulierungspraktiken, die Prostitutionsdebatten und den Diskurs über die Legalisierung 1992, über sozioökonomische Beziehungsgeflechte, feministische Perspektiven und über die Entstehung von Fachberatungsstellen. Dabei formuliere Baumann immer wieder Geschlechterordnungen aus und mache deutlich, dass Moral, Werte und Stigma das Feld der Prostitution durchziehen.
Lesen Sie die Rezension auf infoclio.ch und HSozKult und das ganze Buch in open access auf der Webseite des Campus Verlags.
Heying, Mareen: Rezension zu: Baumann, Sarah: Prekäre Liberalisierung. Sexuelle Arbeit von Frauen in der Schweiz (1950–1990), Frankfurt am Main 2025, in: infoclio.ch, 04.05.2026, <https://www.infoclio.ch/de/rez?rid=158541>.