Rezension: Maya Widmer und Kaspar von Greyerz - Hortensia von Salis

Maya Widmer und Kaspar von Greyerz zeichnen in ihrem Buch über Hortensia von Salis (1659–1715) ein fragmentarisches «Lebensbild» dieser berühmten Bündnerin. Sie korrespondierte mit bekannten Theologen, Medizinern und Naturforschern ihrer Zeit. Gleichzeitig engagierte sie sich in den konfessionellen Auseinandersetzungen, betonte dabei mutig das Recht von Frauen, sich in Glaubensfragen öffentlich zu engagieren, und sie betreute mit ihrem medizinischen Können und Wissen Patientinnen und Patienten, auch aus dem einfachen Volk. Als Autorin gehörte sie zu den allerersten Frauen der Schweiz, die eigene Texte im Druck erscheinen liessen.

Diese Studie fülle eine Lücke bei der Erforschung von Biografien gelehrter Frauen in der Frühen Neuzeit und reihe sich zugleich ein in die neuere Forschung zur Gelehrtenrepublik und zu schweizerisch-britischen gelehrten sowie konfessionellen Beziehungen um 1700, schreibt Philippe Bernhard Schmid (Basel) in seiner Rezension. Er sieht das grösste Verdienst der Studie denn auch darin, die Geschlechtergeschichte und Wissensgeschichte «zu verbinden, um die Rolle einer Frau in der Gelehrtenrepublik zu bestimmen». Besonders überzeugend findet er die Kapitel, die sich mit gelehrten Netzwerken der Konfession, Medizin und Naturgeschichte beschäftigen. Hortensia von Salis werde so in die historischen Kontexte ihrer Zeit integriert und als Akteurin in den Mittelpunkt gerückt.

Die Rezension ist frei und online auf infoclio.ch und HSozKult verfügbar.

 

Schmid, Philippe Bernhard: Rezension zu: Widmer, Maya; von Greyerz, Kaspar: Hortensia von Salis. Ein Lebensbild aus dem 17. Jahrhundert, Zürich 2026, in: infoclio.ch, 10.09.2026, <https://www.infoclio.ch/de/rez?rid=160992>.