In dieser Arbeit geht es um die Bedeutung des Klimas auf die Weinsteuern im Gebiet des heutigen Kantons Bern anfangs des 19. Jahrhunderts, genauer von 1800 bis 1825. Das Interesse liegt darin, herauszufinden, wie Ertragsschwankungen die Steuern und damit den Wirtschaftsraum und das alltägliche Leben der Menschen beeinflusst haben.
In einem ersten Teil der Arbeit werden die Grundlagen für die spätere Quellenanalyse geschaffen. Neben dem allgemeinen Forschungsüberblick über die Themen Klima und Wein, sowie die Geschichte Berns und des Weinbaugebiet am Bielersee, wird zuerst ein besonderer Fokus auf die Beziehung zwischen Klima und Wein gelegt, da diese die Basis für die Berechnungen im zweiten Teil der Arbeit bildet. Daneben ist auch das Kapitel zur bernischen Politik und Wirtschaft sehr wichtig, da im festgelegten Untersuchungszeitraum wichtige politische und wirtschaftliche Veränderungen geschahen, welche für eine Einordnung der sozio-ökonomischen Gegebenheiten relevant sind.
Im zweiten Teil der Arbeit wird die Fragestellung mittels der Quelleninterpretation beantwortet. Dabei werden zwei Aspekte beleuchtet. Als erstes wird das Leben und Arbeiten in einem Rebbaugebiet anfangs des 19. Jahrhunderts dargestellt. Dies geschieht anhand der topographischen Beschreibung von La Neuveville am Bielersee durch den damaligen Bürgermeister Georg Jakob Tschiffeli. Der zweite Aspekt, welcher im Quellenteil erforscht wird, ist der Einfluss des Klimas auf die Weinsteuern. Als Hauptquelle dafür dient die jährliche Auflistung der Ohmgelderträge aus jedem einzelnen Amt des Kantons Bern durch den Ohmgeldkassier von 1804 bis 1825.
Die Ergebnisse der Quellenuntersuchungen zeigen einen klaren Zusammenhang zwischen dem Klima und dem Weinbau in La Neuveville, sowie auch zwischen dem Klima und den Ohmgelderträgen im Kanton Bern anfangs des 19. Jahrhunderts. Aus den Beschreibungen von Tschiffeli geht hervor, dass die Arbeit und das Leben in den Weinanbaugebieten in und um La Neuveville durch die Wetterverhältnissen geprägt waren. Dies galt sowohl für die Bewirtschaftung der Reben während des ganzen Jahres als auch für die daraus folgenden Weinerträge und deren Preise.
Die Ohmgeldeinnahmen des Kantons Bern weisen in der durchgeführten Korrelationsanalyse eine starke signifikante Korrelation zu den Sommertemperaturen des Vorjahrs sowie zu den durchschnittlichen Sommertemperaturen des Vorjahrs und des Vorvorjahrs auf. Diese Erkenntnis muss insofern relativiert werden, als dass das Klima zwar die Weinerträge eines Jahrgangs bestimmte und laut der Analyse im nächsten Jahr die Höhe der Ohmgeldeinnahmen. Doch kamen zum Klima noch andere Faktoren hinzu, welche die Ohmgeldeinnahmen des Staats bestimmten, wie die gesetzlich festgelegte Höhe der Ohmgeldabgabe pro Mass Wein oder das Ausmass der Importe
Klima, Wein und Ohmgeld - Der Einfluss des Klimas auf Weinsteuern im Kanton Bern zu Beginn des 19. Jahrhunderts
Art der Arbeit
Masterarbeit
Stand
abgeschlossen/terminé
DozentIn Name
Prof.
Christian
Pfister
Institution
Historisches Institut
Ort
Bern
Jahr
2009/2010
Abstract