Im Rahmen des SNF-Projektes “Imagining Justice. Law, Politics and Popular Visual Culture in Weimar Germany” untersucht Nicole Schraner, wie das ‘neue’ visuelle Massenmedium Fotografie in rechtspolitische Debatten eingegriffen und die Vorstellungen von Recht und Gerechtigkeit geprägt hat. Die unabhängige und meinungsstarke Presse während der Weimarer Republik war zentral für die regierungskritische aber auch rechtskritische Berichterstattungen in Zeitungen und Zeitschriften aus allem politischen Milieus. Der Untersuchungszeitraum startet deshalb 1919, da mit der neuen Verfassung der Republik das Zensurverbot in den Zeitungen aufgehoben wurde, was eine bedeutende Auswirkung auf die justizkritische Berichterstattung in der Weimarer Republik hatte und endet 1933, als das Zensur- und Pressegesetz mit der Übernahme der NS-Regierung stark eingeschränkt wurde. Die quellenkritische Auseinandersetzung mit Bildquellen bildet die methodische Grundlage der Arbeit, wobei stets nach den Akteuren und Akteurinnen hinter den Bildern, aber auch nach den ästhetischen, narrativen und emotionalen Aspekten der Bilder gefragt wird. Insgesamt soll das Promotionsprojekt zu einem tieferen Verständnis führen, wie fotografische Medien nicht nur als Dokumentationswerkzeug, sondern auch als aktive Gestalter der öffentlichen Meinungen während dieser entscheidenden Periode der deutschen Geschichte fungierten.
Fotografische Darstellungen und Vorstellungen von Recht und Gerechtigkeit in der Weimarer Republik
Art der Arbeit
Dissertation
Stand
laufend/en cours
DozentIn Name
Ass.-Prof.Dr.
Britta-Marie
Schenk
Institution
Historisches Seminar
Ort
Luzern
Jahr
2025/2026
Abstract