CfP: Geschichte des Blinden-, Taubblinden- und Sehbehindertenwesens in der Schweiz

15. Januar 2027
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Erblindung ist ein medizinisches und gesellschaftliches Phänomen von hoher Relevanz. Umso erstaunlicher ist es, dass diese Thematik in der Geschichtswissenschaft in der Schweiz bisher kaum erforscht wird – im Unterschied zur Geschichte der Gehörlosigkeit und Taubheit, zu der jüngst verschiedene Publikationen erschienen sind.

Die Disability Studies sind ein interdisziplinäres Forschungsfeld, das in den 1980er Jahren direkt aus den Behindertenbewegungen entstanden ist. Die Disability History innerhalb dieser Forschungsrichtung untersucht historische Prozesse der Wahrnehmung und Herstellung von 'Behinderung' bzw. 'Normalität'. Deren Anfänge finden sich bereits am Ende des 19. Jahrhunderts und führten Mitte des 20. Jahrhunderts zu einer Umkehr der Sichtweise auf Behinderungen. War zuvor die wissenschaftliche Beschäftigung mit diesem Thema noch von Rehabilitation, Medizin und Sonderpädagogik geprägt, wurden völlig neue Blickwinkel auf soziale Gerechtigkeit, Chancengleichheit oder Diskriminierungserfahrungen ermöglicht. Der Fokus wird auf soziale, kulturelle, politische und ökonomische Fragen gelegt.

Die Tagung zur Geschichte des Blinden- und Sehbehindertenwesens bringt Forschende zusammen, die sich mit historischen Aspekten von Erblindung, Taubblindheit und Sehbehinderung befassen. Der geografische Schwerpunkt der Beiträge soll auf die Schweiz, gegebenenfalls in vergleichender Perspektive, gerichtet sein. Die Teilnehmenden präsentieren ihre Forschungsarbeiten, stellen ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Diskussion und entwickeln bestenfalls Synergien für neue Projekte. Die Tagung möchte dazu beitragen, dass die Thematik in der Geschichtswissenschaft stärker erforscht und gelehrt wird. Willkommen sind Beiträge aus allen Geschichtsbereichen, etwa der Sozial- und Alltagsgeschichte, der Politik-, Organisations- und Institutionsgeschichte, der Bildungs-, Kultur- und Kunstgeschichte, der Gendergeschichte, der Wissenschafts- und Medizingeschichte.

Wir freuen uns, wenn auf dieser Tagung die Vielfalt historischer Themen im Blinden- und Sehbehindertenwesen sichtbar wird. Erwünscht sind Beiträge zur Situation in der Schweiz von Referentinnen und Referenten aus dem In- und Ausland. Wir bitten Sie, bis zum 15.1.2027 eine Themenskizze (ca. 1500 Zeichen) an untenstehende Adresse einzureichen. Tagungssprache ist deutsch und französisch. Es ist vorgesehen, die Beiträge zu publizieren.

Datum der Tagung: 3.9.2027

Veranstaltungsort: Universität Basel, Departement Geschichte, Hirschgässlein 21, 4051 Basel

 

Dr. Sabine Braunschweig, Büro für Sozialgeschichte Basel, braunschweig@sozialgeschichte-bs.ch.

Organisiert von
Dr. Sabine Braunschweig, Büro für Sozialgeschichte Basel
Sprachen der Veranstaltung
Deutsch

Kosten

CHF 0.00