„¿A quien pisados le toca mañana?“1 Untersuchung zur Studentenbewegung in Guatemala in der Zeit des Conflicto Armado Interno

AutorIn Name
Noëmi
Rui
Art der Arbeit
Masterarbeit
Stand
abgeschlossen/terminé
DozentIn Name
Prof.
Arndt
Brendecke
Institution
Historisches Institut
Ort
Bern
Jahr
2012/2013
Abstract
Das Ziel der Arbeit ist die Untersuchung der Studentenbewegung in Guatemala und deren Rolle im Conflicto Armado Interno. Politische Unruhen fanden in fast allen lateinamerikanischen Ländern statt, in den meisten gehörten die Studenten zur treibenden Kraft. Die Untersuchung der guatemaltekischen Studentenbewegung schliesst eine Lücke in den Untersuchungen zur Frage, weshalb sich die Opposition in Guatemala trotz einer anhaltenden Widerstandsbewegung nicht gegen das Militärregime durchsetzten konnte. Der Fokus der Untersuchung liegt dabei auf der Entwicklung der Bewegung und auf der Vernetzung der Studenten mit anderen Sozialen Bewegungen. Für Guatemala spielten neben den Studentenbewegungen auch die Arbeiterbewegung, die Guerillasowie die Demokratisierungsund die Campesino-MayaBewegungen eine zentrale Rolle; die Studentenbewegung war mit diesen teilweise eng verknüpft. Zeitlich beschränkt sich die Untersuchung auf die Jahre zwischen 1958 und 1983, wobei für die Zeit von 1944 bis 1958 ein Überblick geschaffen wird. Regional lokalisiert sich die Untersuchung, von wenigen Ausnahmen abgesehen, in der Hauptstadt Guatemala Ciudad. Für die vorliegende Untersuchung wurde hauptsächlich fremdsprachiges Quellenmaterial verwendet, weshalb, um Fehler zu vermeiden, einige Begriffe in der Originalsprache (Spanisch) belassen wurden. Neben der vorhandenen Literatur und den Quellensammlungen der beiden Wahrheitsberichte (es gab in Guatemala das REMHI Projekt des erzbischöflichen Menschenrechtsbüros ODHAG, des Guatemala-Nunca Más und des Berichts der UNO-Wahrheitskommission Guatemala, CEH, Gutemala-Memoria del Silencio) werden hauptsächlich zwei weitere Quellenbestände ausgewertet. Dies sind zum einen die Dokumente, die bei Recherchearbeiten im Archivo de la Policía Nacional in Guatemala gefunden wurden. Zum andern wurden von der Autorin Interviews mit ehemaligen Aktivisten, Studenten und Militärangehörigen geführt. Diese erlauben, flankierend zu den offiziellen Akten und der oft politisch aufgeladenen Literatur, eine Innenperspektive der guatemaltekischen Studentenbewegung zu skizzieren. Die Arbeit ist in fünf Abschnitte unterteilt. In einem ersten Kapitel wird ein theoretisches Muster erstellt, nach dem die nachfolgenden Untersuchungen aufgezogen werden. Der zweite Teil beinhaltet einen historischen Überblick über die Jahre des Conflicto Armado Interno und skizziert den Hintergrund vor dem die Entwicklungen stattfanden. Im ersten Teil des dritten Abschnittes werden erst einige allgemeine Aspekte der Universität vorangestellt und dann ein Überblick der Entwicklung der Universität bis 1958 gegeben. Danach beginnt die eingehende Untersuchung der Entwicklung der Studentenbewegung und deren Umfeld. Mit der Etappe 1958 bis 1962 beginnt die genauere Untersuchung der Entwicklung der Studentenbewegung in der USAC. Das Jahr 1958 ist nicht willkürlich gewählt, sondern der erfolgreichen Revolution in Kuba geschuldet, und die dadurch ausgelöste Hoffnung unter den kommunistischen Linken im gesamten lateinamerikanischen Raum. Die Studenten beginnen sich nach dem Schock des CIA-Coups 1954 und dem damit verbundenen Ende der Años de Primavera erneut zu organisieren, und es entwickelt sich eine Welle der Euphorie und Teilnahme, die 1962 in den ersten Aufständen seit 1954 mündet. Damit beginnt die Zeit der Studentenbewegung, und auch der Repression gegen ebendiese. 1977 erreicht die Studentenbewegung erneut eine massive Kraft, wird jedoch in der darauf folgenden Welle der Repression 1978-81 fast völlig ausgelöscht. Nach diesen Untersuchungen folgt eine Analyse der Bewegung anhand des zuvor aufgestellten Theorieansatzes, und in der abschliessenden Konklusion wird die Frage nach Erfolg oder Misserfolg der Studentenbewegung erneut aufgegriffen und beantwortet. Als Ergebnis der Untersuchung kann festgehalten werden, dass die Studentenbewegung nach 1983 zum Erliegen kam. Das Scheitern der Bewegung scheint dabei von verschiedenen Faktoren abhängig gewesen zu sein. Zu nennen sind dabei hauptsächlich der Verlust der Unterstützung durch das Volk, die Spaltungen innerhalb der Opposition und die Repression gegen die Bewegung. Mit Sicherheit lässt sich festhalten, dass die Studentenbewegung in der Zeit des Conflicto Armado Interno wichtig für das Weiterbestehen der Opposition war. Um ein tieferes Verständnis für die Entwicklung der guatemaltekischen Studentenbewegung zu entwickeln, müssten die Fragen zu der Resonanz der Bewegung in der Gesellschaft und die Verwicklungen zwischen den einzelnen Bewegungsströmen genauer untersucht werden.

Zugang zur Arbeit

Bibliothek

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