«Innerhalb 2 ½ Wochen waren es deren Zwölf!». Wie Schwangerschaftsabbrüche an der Pflegerinnenschule mit Frauenspital Zürich verhandelt wurden, 1928-1942

AutorIn Name
Tabea
Fröbel
Art der Arbeit
Masterarbeit
Stand
abgeschlossen/terminé
DozentIn Name
Prof.
Christina
Späti
Institution
Seminar für Zeitgeschichte
Ort
Fribourg
Jahr
2025/2026
Abstract

Die Masterarbeit «Innerhalb 2 ½ Wochen waren es deren Zwölf!» von Tabea Fröbel beschäftigt sich mit der Frage, inwiefern Schwangerschaftsabbrüche an der Schweizerischen Pflegerinnenschule mit Frauenspital Zürich, der «Pflegi», in den Jahren 1928 bis 1942 thematisiert wurden. Ziel war es, Sprache, Problemempfinden und Argumentationslinien in Protokollen und Korrespondenz der Institution nachzuvollziehen. Dafür wurden Sitzungsprotokolle und Korrespondenz, in denen
Schwangerschaftsabbrüche angesprochen wurden in 15 Fälle eingeteilt und anschliessend auf Diskussionskontext und -auslöser, Wortwahl, Problematisierung und Argumentation hin befragt. Weiter wurde aufgrund der im Untersuchungszeitraum verbreiteten Anwendung von Junktimsterilisationen (Schwangerschaftsabbruch und Sterilisation gleichzeitig) danach gefragt, inwiefern in den untersuchten Fällen auch Sterilisationen angesprochen wurden. Die Analyse ergab, dass Schwangerschaftsabbrüche im Untersuchungszeitraum regelmässig thematisiert und durchgehend als Problem empfunden wurden. In der Regel wurde darauf verwiesen, dass Schwangerschaftsabbrüche zu zahlreich und zu reduzieren seien. Dabei wurde häufig auf die «seelische Belastung» der an der Pflegi auszubildenden Schülerinnen verwiesen. Weiter wurde insbesondere die psychiatrische Indikation infrage gestellt. Sterilisationen wurden nur an einer einzigen Stelle angesprochen und kaum problematisiert. Es zeigte sich, dass an der Pflegi abtreibungskritische Stimmen dominierten und sich die Auseinandersetzungen in den Kontext des sich in den 1930er-Jahren intensivierenden Abtreibungsdiskurs einordnen lassen. Dabei ist die Argumentationsvielfalt, die sich in der gesamtgesellschaftlichen Auseinandersetzung zeigte kaum gespiegelt, jedoch die Dominanz der Stimmen, die einen restriktiven Umgang mit Schwangerschaftsabbrüchen forderten.

Zugang zur Arbeit

Bibliothek

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