Die Arbeit befasst sich mit dem Zusammenhang zwischen der psychiatrischen Depressionsforschung im Kontext der psychopharmakologischen Wende zwischen 1950 und 1980.Exemplarischer Zugangspunkt bildet der Basler Psychiater Paul Kielholz (1916 – 1990), der eine zentrale Rolle in der Schweizer Depressionsforschung jener Zeit einnahm. Anhand zahlreicher Publikationen von Kielholz zeichnet die Arbeit nach, wie das Aufkommen der neuen Psychopharmaka und die Zusammenarbeit mit der Pharmaindustrie, die psychiatrische Krankheitskonzeption der Depression veränderte. Dabei werden sowohl die theoretischen Veränderungen der psychiatrischen Krankheitslehre und Diagnostik als auch die Entwicklungen der Behandlungsmethoden im Vergleich zur Vorkriegszeit beleuchtet. Hierbei stellt die Arbeit Kontinuitäten und Brüche fest, zeichnet auf, wie sich die Diagnostik zusehends ausdifferenzierte und von der ätiologischen Krankheitslehre abrückte und beleuchtet, wie die Depression trotz der besseren Behandlungsmöglichkeiten von einer Randerscheinung zum Massenphänomen wurde.
«Immer mehr Depressive». Das psychiatrische Krankheitsverständnis der Depression von Paul Kielholz im Kontext der psychopharmakologischen Wende nach 1950
Art der Arbeit
Masterarbeit
Stand
abgeschlossen/terminé
DozentIn Name
Prof.
Martin
Lengwiler
Kodirektion
Prof. Bänziger Peter-Paul
Institution
Departement Geschichte
Ort
Basel
Jahr
2023/2024
Abstract
External ID
96476