Ein Vortrag von Prof. Dr. Rudolf Jaun
Ulrich Wille wurde am 3. August 1914 in einer umstrittenen Generalswahl zum General und Oberbefehlshaber der Schweizer Armee gewählt. Einzigartig war nicht nur seine exquisite Herkunft als 1848 in Hamburg geborener Sohn eines Publizisten und einer englischen Reederstochter, sondern auch seine steile Karriere als Schweizer Berufsoffizier, ETH-Professor und Militärpublizist.
Seine an preussisch-deutschem Drill inspirierten Erziehungskonzepte zur Erhöhung der Kampffähigkeit machten ihn zum verehrten und bekämpften Spitzen-Offizier der Armee. Während des Ersten Weltkriegs geriet Ulrich Wille wegen seiner Deutschfreundlichkeit und seines umstrittenen Führungsstils weiter in die politische Kritik.
Prof. Dr. Rudolf Jaun beleuchtet in seinem Vortrag die von Kontroversen begleitete Karriere Ulrich Willes. Rudolf Jaun ist emeritierter Professor für Geschichte der Neuzeit und Militärgeschichte der Universität Zürich sowie der Militärakademie der ETH Zürich. Er ist unter anderem Autor einer «Geschichte der Schweizer Armee» und hat sich mit der Biografie Ulrich Willes auseinandergesetzt.
Die Veranstaltung ist Teil der Vortragsreihe und Ausstellung «Bilder einer Familie. Vier Generationen Wille und Schwarzenbach», die vom 2. bis 31. März im Lesesaal der ZB gezeigt wird. Auf den Vortrag folgt ein Kurzrundgang durch die Ausstellung. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos. Um Anmeldung wird gebeten.
Die Ausstellung und die Vortragsreihe werden gefördert durch die Fondation Pierre du Bois pour l’histoire du temps présent.
Veranstaltungsort
Zusätzliche Informationen
Kosten
Ulrich Wille beim Kaffee mit Gästen. Von links: Clara Wille, Emil Richard, Fritz Gertsch, Ferdinand Affolter, Ulrich Wille, Mariafeld, 11. Juni 1898, Fotografie Renée Schwarzenbach-Wille, ZB Graphische Sammlung