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Traverse 2022/2: Vormoderne postkolonial? | Moyen Âge postcolonial?

Die neue Ausgabe der Zeitschrift traverse zum Thema Vormoderne postkolonial? | Moyen Âge postcolonial? ist erschienen:

Die Geschichtswissenschaft belebt sich immer wieder durch Ansätze und Konzepte von aussen und aktuelle gesellschaftliche Anliegen verändern unseren Blick auf Geschichte. In den letzten Jahrzehnten haben intensive Debatten um postkoloniale und intersektionale Perspektivierungen dazu geführt, das Fach zu erweitern und im Hinblick auf seine üblichen Haupt­akteure zu dezentrieren.
Das Themenheft setzt sich auf drei Ebenen mit den theoretischen Angeboten, gesellschaftspolitischen Herausforderungen und epistemologischen Komplexitätsforderungen auseinander, die von den post­colonial studies an die Geschichts­wissenschaft herangetragen werden: Erstens fragen wir nach der Motivation, sich mit ihnen auseinanderzusetzen, und nach der Rolle der Historiker*innen in der Gesellschaft. Zweitens interessiert uns der konkrete Einfluss der postcolonial studies auf die Forschung, den Theorie­transfer, die Erschliessung neuer Perspektiven und die Veränderung in der Methodologie. Und drittens kommt die Frage nach der Operationalisierung und didaktischen Vermittlung auf: Wie und wo wird postkoloniale Theorie angewandt und gelehrt?

Die Ausgabe beinhaltet folgende Beiträge:

Schwerpunkt / Dossier thématique

  • Matthieu Gillabert, Anja Rathmann-Lutz, Isabelle Schürch: Vormoderne postkolonial? Editorial / Moyen Âge postcolonial? Éditorial
  • Jose Cáceres Mardones, Patricia Purtschert und Marion Uhlig im Gespräch mit der traverse: Table ronde «Vormoderne postkolonial?»
  • Christina Brauner: Das «globale Mittelalter» und die Gegenwart der Geschichtswissenschaft
  • Sven Trakulhun: Postkoloniale Frühe Neuzeit?
  • Brigitta Bernet: Der dekoloniale Vektor in Carlo Ginzburgs Der Käse und die Würmer
  • Loïc Chollet: De l’Irlande à la Baltique. Discours de l’altérité et conquête
    des marges européennes
  • Vanina Kopp: L’Afrique et l’Europe entre Moyen Âge et Renaissance.
    Changements de points de vue
  • Maline Kotetzki, Rike Szill: Protorassismen in der Vormoderne. Ein Plädoyer für mehr Ungemütlichkeit in der mediävistischen Lehre

Weitere Informationen finden Sie auf der Website der traverse


Matthieu Gillabert, Anja Rathmann-Lutz, Isabelle Schürch (Hg.)
Vormoderne postkolonial? | Moyen Âge postcolonial?, Zürich 2022