Das Ziel der Masterarbeit ist es zu untersuchen, wie der Hexenbegriff innerhalb der Neuen Frauenbewegung der Schweiz in den 1970er- und 1980er-Jahren übernommen wurde und welche Veränderungen sich dabei in diesem Zeitraum zeigen. Dazu dient die folgende Fragestellung: Welches Hexenbild wurde von den feministischen Zeitschriften der Neuen Frauenbewegung in der Schweiz konstruiert? Welche Vorstellungen von der Hexe werden in den Zeitschriften wiedergegeben und mit welchen historischen, politischen oder spirituellen Deutungen werden sie verbunden? Wie veränderte sich die Hexenaneignung im Verlauf der 1970er-und 1980er-Jahre?
Um die Forschungsfrage zu beantworten, wurden fünf feministische Zeitschriften der Neuen Frauenbewegung betrachtet: Frauezitig, Lesbenfront, emanzipation, Die Hexenpresse und Nemesis. Diese wurden diskurs- und semantikanalytisch untersucht und mit Theorien alternativer Wissensproduktion zusammengeführt.
Die Analyse zeigt, dass die Figur der Hexe in den Zeitschriften durch vier zentrale Aneignungen als Unterdrückte, Rebellin, Lesbe und spirituelle Hexe dargestellt wurde. Diese Deutungen standen nicht isoliert nebeneinander, sondern bauten aufeinander auf und dienten dazu, kollektive Identitätsbilder zu schaffen. Ausserdem diskutiert die Masterarbeit die Ambivalenz der Übernahme der Hexenfigur, indem Kritikpunkte wie Essentialisierung von Weiblichkeit, die Fortführung männlicher Perspektiven und die Verzerrung historischer Ereignisse thematisiert und in den Forschungsstand eingebettet werden.