Die Geschichte des Söldnertums in der europäischen Moderne ist eng mit der deutsch-französischen Geschichte verflochten. Von ca. 350.000 Soldaten, die zwischen 1870 und 1962 in der französischen Fremdenlegion dienten, stammten mit ca. 125.000 mehr als ein Drittel aus dem deutschsprachigen Raum. Deutschsprachige Fremdenlegionäre kämpften unter französischer Fahne in Konflikten innerhalb Europas und in imperialen Interventionen in Mexiko, vor allem jedoch in unterschiedlichen Kolonialkriegen in Afrika und Asien. Ihre Präsenz machte stellenweise knapp über die Hälfte des gesamten Legionspersonals aus und ist somit auch eine bedeutsame Facette deutschsprachiger Kolonialgeschichte ohne Kolonien. Jenseits der individuellen Erfahrungen der Legionäre und ihrer kollektiven Bedeutung als »manpower« für koloniale Kriege, beeinflussten politische Diskurse über die französische Fremdenlegion auch die deutschsprachige und französische Literatur und Populärkultur des 19. und 20. Jahrhunderts. Man kann in der Légion étrangère somit einen »transnationalen und transkulturellen Erfahrungsraum par excellence« sehen, der sich anbietet, um die deutsch-französischen Wechselbeziehungen des 19., 20. und 21. Jahrhunderts zu analysieren. Das CIERA-Juniorkolloquium beabsichtigt, insbesondere die deutsch-französische, aber auch die europäisch-globale Verflechtungsgeschichte von Söldnertum und Fremdenlegion ab dem langen 19. Jahrhundert sichtbar zu machen und interdisziplinär zu thematisieren.
CIERA-Juniorkolloquium «Söldnertum und Fremdenlegionsdienst. Eine deutsch-französische Verflechtungsgeschichte (19.–21. Jahrhundert) / Mercenariat et service au sein de la Légion étrangère. Une histoire croisée franco-allemande (XIXe–XXIe siècle)»
Conference
Organisiert von
Carla-Maëlys Barboutie (Deutsches Historisches Institut Paris /Université Grenoble Alpes), Jannis Girgsdies (Berlin), Valeria Vollmer (Universität Zürich)
Deutsches Historisches Institut Paris - Institut historique allemand Paris
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