An diesem Abend gibt die Wissenschaftshistorikerin und Medienkulturwissenschaftlerin Lisa Cronjäger Einblicke in ihr Buch „Umtriebszeiten. Forsteinrichtungskarten und die Umwandlung von Wäldern im 19. Jahrhundert“. Es geht darum, wie nachhaltige Holzverwaltungen auf Forstkarten eine bildliche Darstellung gefunden haben.
- Wie wirkt das Ideal, einen perfekten Ausgleich zwischen Abholzung und Aufforstung zu schaffen, auch in heutigen Nachhaltigkeitsvorstellungen weiter?
- Welche Waldnutzungskonflikte ereigneten sich bei der Einführung von nachhaltigen Forstverwaltungen? Zum Beispiel im Basler Hardwald?
- Und was hat dies mit Fragen der Umwelt- und Klimagerechtigkeit in der Gegenwart zu tun?
Nach der Buchvorstellung gibt es bei einem Abendessen Gelegenheit, über verschiedene Perspektiven auf dieses Thema ins Gespräch zu kommen.
Anmeldung:
Wenn möglich, gern per Mail an: kontakt@klimaznacht.ch
Ablauf
18:00-19:15 Uhr: Buchvorstellung „Umtriebszeiten“
Ab 19:30: KlimaZnacht (vegan)
Zum Buch:
Im 19. Jahrhundert gründeten sich europaweit Forstakademien, an denen die nachhaltige Verwaltung von Wäldern gelehrt und standardisiert wurde. In diesem Buch verfolgt Lisa Cronjäger die Technik der Forsttaxation – sowohl in ihren Entstehungskontexten seit dem 18. Jahrhundert als auch in der Lehre und Anwendung bis in die internationale Zirkulation der Karten und Konfliktkonstellationen hinein.
Die Autorin kombiniert Perspektiven der Medienkulturwissenschaft sowie der Umwelt- und Wissenschaftsgeschichte, um zu untersuchen, inwiefern Forsttaxationskarten Monokulturen als etwas Erstrebenswertes etablierten. Ein Schwerpunkt ihrer Studie liegt auf den Bildgebungsverfahren, mit denen die Taxatoren umweltbezogene Daten verarbeiteten, sowie auf den Rechtsreformen, Privatisierungen und Protestpraktiken, welche die Landschaftstransformationen in Preußen, Sachsen, in der Schweiz, in Portugal und anderen Regionen begleiteten. Letztendlich steht das auf den Karten visualisierte Kreislaufprinzip von Abholzung und Neuanpflanzung in einer Kontinuität zur heutigen Nutzung von Wäldern als Ausgleichsflächen und CO2-Senken. Diese wissensgeschichtliche Studie bietet somit Anknüpfungspunkte zur Umwelt- und Klimakrise der Gegenwart.
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