CfP: Zukunft machen: Soziale Bewegungen, historische Zukunftsvisionen und politische Praxis

15. Januar 2027
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Zukunft machen: Soziale Bewegungen, historische Zukunftsvisionen und politische Praxis

Workshop für Nachwuchsforschende

Universität Bern, Freitag, 23. April 2027

Organisation: Lena Joos (Universität Bern), Leo Grob (Universität Fribourg) und Sarah Probst (Universität Fribourg)

Einsendeschluss: 15. Januar 2027

Welche Rolle spielt die Zukunft in sozialen Bewegungen? Soziale Bewegungen richten sich nicht nur gegen bestehende gesellschaftliche Verhältnisse. Sie entwickeln zugleich Vorstellungen davon, wie eine andere Zukunft aussehen könnte. Spuren solcher vergangenen Zukünfte finden sich in politischen Programmen, in strategischen und theoretischen Schriften oder auch in Bildern, Metaphern und Erzählungen. Sie zeigen sich ebenso in Handlungen, die eine bessere Zukunft bereits im Hier und Jetzt vorwegnehmen wollten. Soziale Bewegungen sind damit ein reichhaltiges Archiv alternativer Zukünfte. Utopien, Hoffnungen und konkrete Praktiken des «Zukunft-Machens» begleiten politisches Handeln nicht bloss, sie können es anleiten, Menschen mobilisieren und Identität stiften.

Der Workshop behandelt unterschiedliche soziale Bewegungen und ihre Bezüge zu Zukunftsvorstellungen und Zukunftspraktiken in historischer Perspektive. Er fragt zudem nach deren Bedeutung für die Gegenwart. Zukunft interessiert uns dabei sowohl als analytische Kategorie der Geschichtswissenschaft als auch als Ressource und Praxis sozialer und politischer Bewegungen. Die Beschäftigung mit historischen Zukunftsvisionen kann sichtbar machen, wie gesellschaftlicher Wandel vorstellbar wurde, welche Handlungsspielräume dadurch entstanden und welche Vorstellungen sich als prägend erwiesen. Zugleich wollen wir diskutieren, was historische Zukunftsvorstellungen für heutige Bewegungen und ihren Umgang mit gegenwärtigen Krisen bedeuten können. Diese Frage stellt sich umso dringlicher in einer Gegenwart, in der die Zukunft vielen als Zeitraum der Katastrophe und nicht der Utopie oder Hoffnung erscheint. 

 

Mögliche Fragen sind:

  • Welche Zukunftsvisionen, Utopien und Hoffnungen entwickelten verschiedene soziale Bewegungen, und wie wirkten sie mobilisierend oder identitätsstiftend?
  • Welche Quellen geben Auskunft über Zukunftsvorstellungen? Wie lassen sie sich auswerten?
  • Wie wurden Vorstellungen gesellschaftlicher Veränderung in politische Praxis übersetzt, und wie wurden alternative Zukünfte durch kollektive Organisierung und alltägliches Handeln vorweggenommen und erprobt?
  • Welche Spannungen entstanden zwischen utopischem Denken und konkreter politischer Praxis, etwa zwischen Fernziel und Tagespolitik, Programm und Alltag oder Hoffnung und Enttäuschung?
  • Wie bezogen sich Bewegungen auf Vergangenheit und Geschichte, um Zukunft zu entwerfen?
  • Was leistet «Zukunft» als Kategorie für die historische Analyse sozialer Bewegungen?
  • Welche Bedeutung können historische Zukunftsvorstellungen und -praktiken für gegenwärtige Bewegungen haben? 

 

Der Workshop richtet sich an Doktorierende, Postdocs und fortgeschrittene Masterstudierende, die sich mit sozialen Bewegungen und politischem Wandel beschäftigen und ein persönliches Interesse an gesellschaftlicher Veränderung mitbringen. Er soll einen Raum schaffen, in dem historische Forschung und gegenwartsbezogene politische Reflexion miteinander ins Gespräch kommen. Willkommen sind Beiträge zu unterschiedlichen Bewegungen, Epochen und Regionen.

Formate

Beiträge sind in zwei Formen möglich:

  • Vortrag: Präsentation von ca. 20 Minuten. Vorab wird ein ausführliches Abstract an alle Teilnehmenden verschickt.
  • Quellendiskussion: Eine Quelle (Text, Bild, Objekt, Ton- oder Filmdokument) wird vorab verschickt, im Workshop in 5 bis 10 Minuten eingeordnet und anschliessend gemeinsam diskutiert. Dieses Format eignet sich besonders für Projekte in einer frühen Phase.

Einreichung

Wir bitten um ein Abstract von max. 400 Wörtern mit folgenden Angaben:

  • Name, institutionelle Anbindung und Titel des Beitrags
  • gewähltes Format: Vortrag oder Quellendiskussion (bei einer Quellendiskussion bitte mit kurzer Beschreibung der Quelle)
  • Fragestellung und Untersuchungsgegenstand
  • Überlegungen dazu, welche Bedeutung Ihr Untersuchungsgegenstand oder Ihre Forschung für gegenwärtige soziale Bewegungen haben kann

Bitte senden Sie Ihr Abstract als PDF bis zum 15. Januar 2027 an alle drei Organisator:innen. Über die Auswahl informieren wir Sie bis Mitte Februar 2027. Die ausführlichen Abstracts beziehungsweise Quellen sind bis zum 9. April 2027 einzureichen.

Kosten

Mittel zur Deckung von Reise- und Übernachtungskosten wurden beantragt. Bei einem positiven Entscheid werden die Reisekosten der Teilnehmenden sowie voraussichtlich ein bis zwei Übernachtungen in Bern für Beitragende mit längerer Anreise übernommen.

Kontakt

Lena Joos, Historisches Institut, Universität Bern: lena.joos@unibe.ch

Leo Grob, Departement für Zeitgeschichte, Universität Fribourg: leo.grob@unifr.ch

Sarah Probst, Interdisziplinäres Institut für Ethik und Menschenrechte, Universität Fribourg: sarah.probst@unifr.ch

Organisiert von
Lena Joos, Universität Bern; Leo Grob, Universität Fribourg; Sarah Probst, Universität Fribourg

Veranstaltungsort

Universität Bern

Kontakt

Lena Joos, Leo Grob, Sarah Probst
Sprachen der Veranstaltung
Deutsch

Zusätzliche Informationen

Kosten

CHF 0.00

Anmeldung

personal
Anmeldeschluss