Die Debatte um eine ökologische Steuerreform in der Schweiz – Eine Untersuchung der energiepolitischen Auseinander-setzung mit dem Konzept einer ökologischen Steuerreform in der Schweiz zwischen 1984 und 2015

AutorIn Name
Lisa
Linder
Art der Arbeit
Masterarbeit
Stand
abgeschlossen/terminé
DozentIn Name
Prof.
Christian
Rohr
Kodirektion
Roman Rossfeld
Institution
Historisches Institut, Uni Bern
Ort
Zürich
Jahr
2025/2026
Abstract

Die Masterarbeit entstand aus der Motivation, die wiederholt gescheiterten Versuche einer ökologischen Steuerreform in der Schweiz zu untersuchen und damit verbundene politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Hintergründe zu beleuchten. Angetrieben durch die global geführte Debatte um nachhaltige Entwicklung, die seit den 1970er Jahren durch den Bericht des Club of Rome (1972) und den Brundtland-Bericht (1987) geprägt wurde, stellte sich die Frage, warum Initiativen zur Einführung von Energiesteuern in der Schweiz zwischen 1984 und 2015 mehrfach scheiterten.

 

Forschungsschwerpunkt der Arbeit ist die Analyse der politischen Diskurse rund um fünf konkrete Volksinitiativen zur ökologischen Steuerreform. Im Zentrum stehen die Positionen der Umweltverbände, die fiskalpolitischen sowie energiepolitischen Rahmenbedingungen und die gesellschaftlichen Resonanzen, welche diese Initiativen begleiteten. Die Arbeit zielt darauf ab, Kontinuitäten und Brüche in den Argumentationsstrukturen und im politischen Diskurs zu identifizieren sowie den Einfluss umwelt- und energiepolitischer Entwicklungen auf die Reformbestrebungen herauszuarbeiten.

 

Zur Beantwortung dieser Fragen wurde ein methodisches Vorgehen gewählt, das historisch-hermeneutische Quelleninterpretation mit diskursanalytischen Verfahren verbindet. Als Quellenbasis dienten unter anderem das Handbuch der eidgenössischen Volksabstimmungen, Bundesratsbotschaften, parlamentarische Debattenprotokolle sowie Archivbestände relevanter Umweltverbände (z. B. WWF Schweiz, Pro Natura, Schweizerische Energiestiftung). Zusätzlich flossen VOX-Analysen und mediale Beiträge in die Untersuchung der Abstimmungsvorlagen mit ein, um den gesellschaftlichen Kontext zu verorten.

 

Erstens zeigt sich, dass Vorlagen mit Ansätzen einer ökologischen Steuerreform in der Schweiz wiederholt an strukturellen, wirtschaftspolitischen und verfassungsrechtlichen Hürden sowie am Widerstand zentraler Interessensgruppen scheiterten. Zweitens konnte herausgearbeitet, dass Umweltverbände über Jahrzehnte hinweg zwar eine kontinuierliche Sensibilisierung betrieben, deren Einfluss aber nicht reichte, um eine Mehrheit für einschneidende fiskalpolitische Änderungen zu gewinnen. Drittens verdeutlicht die Analyse, dass sich trotz einer zunehmenden gesellschaftlichen Problemwahrnehmung und unterschiedlich angedachter Lösungsvorschläge bis 2015 kein tragfähiger Konsens über die konkrete Ausgestaltung einer ökologischen Steuerreform etablieren konnte.

Zugang zur Arbeit

Bibliothek

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