Zwischen Solidarität und Nabelschau. Karitative Tätigkeit des HEKS im Rumänien der 1980er Jahre

AutorIn Name
Daniela
Wyss
Art der Arbeit
Masterarbeit
Stand
abgeschlossen/terminé
DozentIn Name
Prof.
Damir
Skenderovic
Institution
Seminar für Zeitgeschichte
Ort
Fribourg
Jahr
2025/2026
Abstract

Während dem Kalten Krieg gelingt es dem Hilfswerk der evangelischen Kirchen der Schweiz den Kontakt zu Schwesterkirchen in Osteuropa aufrechtzuerhalten und humanitäre Hilfe zu leisten. Die vorliegende Masterarbeit untersucht mit einem diskursanalytischen Zugang die karitative Tätigkeit des HEKS in Rumänien in den 1980er Jahren, kurz vor dem Fall des Ceausescu Regimes, anhand der im Schweizerischen Bundesarchiv hinterlegten Unterlagen.

In der Forschung zum Kalten Krieg werden Studien angeregt, welche die Handlungen von kleineren Ländern oder Nichtregierungsorganisationen in den Blick nehmen und nach deren Verortung in der Dichotomie des Kalten Krieges fragen. Neuere Forschung zu Humanitarismus aus einer globalgeschichtlichen sowie transnationalen Perspektive legt nahe, dass es Nichtregierungsorganisationen während dem Kalten Krieg gelingt, die Grenzen zwischen Ost und West zu überwinden, sich der Bipolarität des Kalten Krieges zu entziehen und sich für eine Entspannung zwischen den Blöcken einzusetzen. In dem Spannungsfeld dieser beiden Forschungsbereiche ist die vorliegende Arbeit angesiedelt.

Anhand des Konzeptes von Solidarität wird der Frage nachgegangen, wem durch die schweizerische Nichtregierungsorganisation HEKS in Rumänien Solidarität zu Teil wird und welche Ziele mit der Hilfe verfolgt werden. Zudem wird die Kommunikation des HEKS in der Schweiz in den Blick genommen und dahingehend analysiert, wie Hilfe an Rumänien den Spendern in der Schweiz erklärt wird und wem die Solidarität von den schweizerischen Spendern in Rumänien gilt.

Die Arbeit zeigt auf, dass sich die Solidarität des HEKS vornehmlich an protestantische Widerstandspfarrer der ungarischen Minderheit in Siebenbürgen im Nordwesten Rumäniens richtet. Diese Solidaritätsbekundung und die daraus resultierende Hilfe des HEKS, decken sich nicht mit dem reformierten Solidaritätsbegriff nach Stjernø, wonach das Wohlergehen aller im Zentrum steht. Analysen der Narrative um die ‘Opération Villages Roumains’ und um den Widerstandpfarrer Tökés machen deutlich, dass HEKS- Akteure in der Ausrichtung ihrer Solidarität auch noch in den 1980er Jahren von einem für die Schweiz typischen Antikommunismus (Buomberger) beeinflusst und geprägt sind und entsprechend handeln.

Zugang zur Arbeit

Bibliothek

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