The Manly Beast and the Angel in the House. Normative Männlichkeits- und Weiblichkeitsentwürfe in englischen Eheratgebern des 19. Jahrhunderts

AutorIn Name
Tamara Terry
Widmer
Art der Arbeit
Masterarbeit
Stand
abgeschlossen/terminé
DozentIn Name
Prof.
Joachim
Eibach
Institution
Historisches Institut
Ort
Bern
Jahr
2017/2018
Abstract
Das Forschungsinteresse der vorgelegten Arbeit gilt den normativen Vorstellungen über die Ehe, die als zentraler und alltäglicher Schauplatz der Geschlechterverhältnisse ein äusserst interessantes Forschungsobjekt der Geschlechtergeschichte darstellt. Diese Vorstellungen werden anhand von zwölf englischsprachigen Eheratgebern des 19. Jahrhunderts untersucht. Die Ratgeberliteratur erlebte in England im 19. Jahrhundert, unter anderem durch technische Fortschritte, welche die Kosten von Druckerzeugnissen massiv senkten, einen enormen Aufschwung. Es wurden zahlreiche Ratgeber zu verschiedensten Themen wie beispielsweise der Haushaltsführung, Erziehung und zur Ehe publiziert. Die Eheratgeber liefern einen interessanten Einblick in die zeitgenössischen normativen Vorstellungen zur idealen Eheführung und der Rollenverteilung zwischen Ehefrau und Ehemann. Die Arbeit konzentriert sich darauf, die zeitliche Entwicklung der in den Eheratgebern beschriebenen Vorstellungen zur Ehe und zu den Geschlechterverhältnissen innerhalb der Ehe aufzuzeigen. Der Fokus liegt dabei einerseits auf den in diesen Ratgebern vermittelten grundlegenden Ansichten zur Institution der Ehe und den Annahmen davon, was eine erfolgreiche bzw. ideale Eheführung auszeichnet, und andererseits auf den darin erkennbaren Vorstellungen von geschlechtsspezifischen Rollen und Aufgaben innerhalb der Ehe. Bezüglich der Ansichten zum Geschlechterverhältnis innerhalb der Ehe wird betrachtet, inwiefern sich in den Quellen Beschreibungen von typischen Geschlechtscharakteren und Geschlechterpolaritäten finden lassen und inwiefern sich inhaltlich-semantische Parallelen und Unterschiede feststellen lassen. Um die zeitliche Entwicklung der in den Ratgebern vermittelten Idealvorstellungen nachvollziehen zu können, werden die ausgewählten Eheratgeber zur Analyse in drei Zeitabschnitte mit je vier Werken gruppiert. Die erste Gruppe umfasst Werke, die vor der Jahrhundertwende um 1800 oder kurz danach publiziert wurden, die zweite Gruppe solche, die um die Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden, und die dritte Gruppe schliesslich jene des ausgehenden19. und des frühen 20. Jahrhunderts. Die Studie zeigt auf, dass sich die fortschreitende Säkularisierung des Staates und der Institution der Ehe deutlich an den grundlegenden Vorstellungen zur Ehe in den Ratgebern nachvollziehen lässt. Einige dieser Vorstellungen haben die Verschiebung von mehrheitlich religiösen zu weltlichen Ansichten überstanden, andere haben sich hingegen aufgelöst. Für diejenigen Auffassungen, welche sich über die Zeit erhalten haben, wurden neue weltliche Argumente gefunden, um sie zu begründen. Die in den Quellen beschriebenen Geschlechtscharaktere hingegen blieben über den gesamten betrachteten Zeitraum äusserst konstant, auch wenn die Interpretation dieser Charaktereigenschaften zunehmend kritischer wurde. So gingen die Autorinnen und Autoren gegen Ende des 19. Jahrhunderts nicht mehr davon aus, dass sich Mann und Frau durch ihre unterschiedlichen Wesensarten ideal ergänzten, sondern dass dieser Antagonismus zwischen den Geschlechtern grundsätzlich ein hohes Konfliktpotenzial für die Ehe mit sich bringen würde.

Zugang zur Arbeit

Bibliothek

Akademische Arbeiten werden in der Bibliothek der jeweiligen Universität hinterlegt. Suchen Sie die Arbeit im übergreifenden Katalog der Schweizer Bibliotheken