Art der Arbeit
Dissertation
Stand
abgeschlossen/terminé
DozentIn Name
Prof.
Jon
Mathieu
Institution
Historisches Seminar
Ort
Luzern
Jahr
2014/2015
Abstract
Heute existieren auf der Welt um die 200 „Schweizen“ und eine noch unbekannte Anzahl von „Alpen“. Dieses Projekt verfolgt das Ziel, die Bedeutung des internationalen Transfers dieser Landschaftsnamen in einem globalen Kontext zu evaluieren. Gebirge und „Schweizen“ gibt es auf fast allen Kontinenten. Geografen auf wissenschaftlichen Entdeckungsreisen, z.B. Alexander von Humbolt, bezogen sich auf die Alpen oder dessen Modell, um „neue“, unbekannte Landschaften zu beschreiben oder benennen. Etliche Gebirge der Welt tragen auch noch heute die Bezeichnung „Alpen“ in ihrem Namen. Zur gleichen Zeit wurde auch die Schweiz als Namensgeber zum Exportprodukt. Als bekanntes Beispiel gilt die „Fränkische Schweiz“. Toponimysche Nachbenennungen beleuchten den Prozess einer kulturell-historischen Beziehung zwischen einem unbekannten und einem vertrauten Ort. Ein Transfer von linguistischen Indikatoren und Übertragungen zeigen auf, welche Landschaftsmodelle und Praktiken und Vorstellungen zwischen dem 18. und 20. Jahrhundert eine Art „globale Landschaft“ gestalteten. Das Projekt verfolgt das Ziel den Prozess der Herausbildung einer globalen Landschaft und deren Wahrnehmung zu beleuchten. Die Studie stellt die übergreifende Forschungsfrage nach den Gründen, wieso sich welche Landschaftsmodelle und Praktiken in der kulturellhistorischen Beziehung des Namentransferprozesses zu einer globalen Landschaft herausbilden konnten. Das Projekt befasst sich mit Fragen der Beständigkeit, der Sprache, Nationalität, der Form des Austauschs, der Gründe für Änderungen von Landschaftsmodellen, der Unterschiede zwischen Vergleichen und Nachbenennungen, der Bezüge zu verwandten Benennungen und Motoren der Verbreitung der Alpen- und Schweizbenennung. Die Quellenauswertung dieses Projektes basiert hauptsächlich auf Materialien, welche Geografen hinterlassen haben. Um Nachbenennungen orten und datieren zu können, werden im grösseren Umfang wissenschaftliche Hand-Atlanten untersucht. Eine Grundlage bietet dazu die kartographische Sammlung der Zentralbibliothek Zürich. Dazu kommen Reiseberichte und Grafiken. Das Projekt betreibt die Quellenanalyse auf einer Makro- und einer Mikroebene. Neben der übersichtstiftenden Makroebene, sollte auf der Mikroebene kulturhistorische Prozesse anhand von vertieften Fallstudien aufgezeigt werden.