Welchen Beitrag kann die Geschichtswissenschaft zur aktuellen Nachhaltigkeitsdebatte leisten? Mögliche Antworten werden im Itinera-Band «Vergangenheit inspiriert Zukuft», herausgegeben Martin Stuber, Salome Egloff und Arno Haldemann, polyperspektivisch ausgelotet. Acht Beiträge fokussieren auf historische Formen der Nachhaltigkeit, beleuchten davon ausgehend kritisch die Sustainable Development Goals (SDGs), in denen die UNO ihre Nachhaltigkeitsziele definiert hat, und gehen Alternativen nach.
Im Kern ziele die Publikation auf einen zentralen Kritkpunkt an den SDGs, nämlich dem «Fehlen der sogenannten Commons, also gemeinschaftlich verwalteten Ressourcen und insgesamt der Dimension des Sozialen», schreibt Christian Reiß in seiner Rezension. Er überblickt die Beiträge und diskutiert den Ansatz des Bandes, wobei er die «Fokussierung auf einen relativ kleinen und spezifischen Kulturraum wie die Schweiz», die eine genauere Differenzierung ermöglicht, vielversprechend findet. Der Band zeige einen spannenden Versuch, historische Forschung mit zeitgenössichen Problemen zusammenzubringen, mache aber auch die Herausforderungen deutlch, die sich bei der Verbindung von politischem Anliegen und akademischem Format stellen.
Auf infoclio.ch und HSozKult ist die Rezension frei verfügbar, ebenso der Itinera-Band auf Schwabe online.
Reiß, Christian: Rezension zu: Stuber, Martin; Egloff, Salome; Haldemann, Arno: Vergangenheit inspiriert Zukunft / Quand le passé inspire l'avenir. Historische Formen der Nachhaltigkeit und die «Sustainable Development Goals» / Formes historiques de la durabilité et «Objectifs de développement durable«, Basel 2025, in: infoclio.ch, 17.07.2026, <https://www.infoclio.ch/de/rez?rid=159801>.