Die Masterarbeit untersucht die 1927 gegründete Vereinigung «Pro Telephon» als neuar- tige Interessensgemeinschaft im Schweizer Fernmeldewesen zwischen Industrie, Politik und Staat. Ziel war es, mittels historischer Netzwerkanalyse und Diskursanalyse die In- nen- und Aussenwahrnehmung zu analysieren. Die Arbeit beleuchtet die Verflechtung von Staat, Wirtschaft und Politik im Bereich der Telefonie und zeigt auf, wie die «Pro Telephon» ein wirkungsvolles Netzwerk etablierte, das wesentlich zur Förderung des Te- lefons in der Schweiz beitrug.
Die Netzwerkanalyse offenbarte eine heterogene Zusammensetzung der Vereinigung, do- miniert von langjährigen Akteuren des Fernmeldewesens, oft mit Nähe zur FDP und ak- tiver Rolle in Verwaltung und Industrie. Die mediale Berichterstattung basierte weitge- hend auf den Jahresberichten der «Pro Telephon» und spiegelte deren Sichtweise wider – insbesondere in wirtschaftsliberalen Zeitungen wie der «Neuen Zürcher Zeitung» und «Der Bund». Eine kritische Gegenperspektive lieferte die linke Zeitung «Die Tat», die Graubereiche und die Nähe zur staatlichen PTT problematisierte.
Die beiden Analysen zeigen, dass die «Pro Telephon» sowohl inhaltlich als auch struktu- rell ein klassisches Beispiel für pfadabhängige Entwicklungen im staatsnahen Infrastruk- turwesen darstellt. Die Organisation war stark im monopolistisch geprägten Fernmelde- wesen eingebunden und ihre Handlungsspielräume zunehmend eingeschränkt. Die Ergebnisse deuten auf eine weitgehende Übereinstimmung zwischen Innen- und Aussen- wahrnehmung hin, wobei politische und wirtschaftliche Interessen die Darstellung beein- flussten.