Schutz der Konsumentinnen und der Hausfrauen. Analyse der Arbeit der Associazione Consumatrici della Svizzera Italiana (1974-1985)

Nom de l'auteur
Nicole
Dinale
Type de travail
Mémoire de master
Statut
abgeschlossen/terminé
Nom du professeur
Prof.
Christina
Späti
Institution
Seminar für Zeitgeschichte
Lieu
Fribourg
Année
2025/2026
Abstract

Diese Masterarbeit analysiert die Geschichte, die Struktur und die Aktivitäten der Associazione Consumatrici della Svizzera Italiana (ACSI) im Zeitraum von 1974 bis 1985 und nachverfolgt die Rolle, die diese Organisation bei der Verteidigung der Verbraucherrechte gespielt hat. Die ACSI entstand in einem Kontext tiefgreifender sozialer, politischer und wirtschaftlicher Veränderungen. Die Ölkrise von 1974, gefolgt von einem fortschreitenden Wandel des Konsumverhaltens und einer zunehmenden Verbreitung von Kaufhäusern, machte deutlich, dass es notwendig war, Familien, insbesondere Frauen, die hauptsächlich für die Haushaltsfinanzen zuständig waren, mit Informations- , Orientierungs- und Schutzinstrumenten zu versorgen.

 

Die im November 1974 in Lugano gegründete ACSI setzte sich zum Ziel, die lokalen Aktivitäten im Bereich des Konsums zu koordinieren und zu stärken und damit die wahrgenommenen Grenzen der bestehenden Frauenverbände, wie beispielsweise der Federazione Ticinese delle Società Femminili, zu überwinden. Der neue Verein war von Anfang an unabhängig, überparteilich und konfessionslos und schloss sich nationalen Netzwerken wie dem Konsumentinnenforum Deutschschweiz an.

 

Um eine territoriale Verankerung zu gewährleisten, übernahm die ACSI eine Organisationsstruktur, die auf einem Kantonalvorstand, einem Exekutivkomitee und Generalversammlungen basierte, ergänzt durch regionale Gruppen, die 1975 gegründet wurden, um den lokalen Bedürfnissen besser gerecht zu werden. Die Tätigkeit des Vereins gliederte sich in verschiedene Bereiche.

 

Im Bereich Information und Bildung boten die vierteljährlich erscheinende Publikation La Borsa della Spesa und die Radiosendung Notizie per i consumatori Instrumente zur Sensibilisierung für Verbraucherthemen. Hinzu kamen persönliche Beratungen im Informationszentrum in Lugano und Initiativen zur Aufklärung über bewussten Konsum. Die ACSI befasste sich mit Themen wie Ernährung, Produktsicherheit, Medikamenteneinnahme, Krankenhauskosten, Energie, Ökologie und der Anzeige von Missbräuchen bei Preisen und Verkaufssystemen.

 

Zu den direkten Massnahmen gehörte die Einrichtung von Flohmärkten (Mercatini dell’usato), die als konkrete Antwort auf Verschwendung und als Unterstützung für Familien beim Kauf von Kinderartikeln konzipiert waren. Der Verein spielte auch eine zunehmend wichtige politische Rolle, indem er an eidgenössischen Konsultationen teilnahm, Initiativen förderte und dazu beitrug, die Stimme der Verbraucher in kantonalen und nationalen Institutionen Gehör zu verschaffen. Die

 

Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Konsumentenbewegung führte 1980 zur Anerkennung der ACSI als direkte Vertreterin beim Schweizerischer Konsumentenbund (SKB).
Diese Studie trägt dazu bei, eine historiografische Lücke zu schliessen, indem sie eine erste systematische Rekonstruktion der Rolle des Vereins bietet und nützliche Anhaltspunkte zum Verständnis der Bedeutung der Bürgerbeteiligung für den Verbraucherschutz in einem Kontext zunehmender sozioökonomischer Komplexität liefert.

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