In den internationalen Verhandlungen zur deutschen Einheit 1990 diskutierten führende Politikerinnen und Politiker über die Neugestaltung Europas nach dem Ende der Ost-West-Konfrontation. Diese Arbeit befasst sich mit konkurrierende Vorstellungen einer neuen europäischen Sicherheitsordnung, die unter den damaligen Protagonisten vorherrschten –
mit Fokus auf die bundesdeutschen Perspektive. Anhand jüngst veröffentlichter Dokumente aus dem Auswärtigen Amt der BRD gehe ich der Frage nach, welche sicherheitspolitischen Ziele und Visionen die dortigen Akteure hatten und inwiefern sich diese in den Verhandlungen zur deutschen Einheit umsetzen liessen. Die Dokumente zeigen, dass das westdeutsche Aussenministerium 1990 das Ziel verfolgte, auf Basis der KSZE eine neue, paneuropäische Sicherheitsordnung zu schaffen, die die Bündnisse Nato und Warschauer Pakt in Zukunft hätte ersetzen sollen. Diese Vision werde ich genauer nachzeichnen und einige Gründe herausarbeiten, warum sie sich nicht durchsetzen konnte. Damit kann die folgende Betrachtung auf Widersprüche aufmerksam machen, die das Aushandeln einer neuen europäische Ordnung am Ende des Kalten Kriegs prägten und die es zu beachten gilt, wenn wir heute über Spannungen zwischen Russland und dem Westen nachdenken.
Für eine europäische Sicherheitsordnung jenseits von Nato und Warschauer Pakt. Die Politik des Auswärtigen Amts der BRD während der internationalen Verhandlungen zur deutschen Einheit 1990
Type de travail
Mémoire de master
Statut
abgeschlossen/terminé
Nom du professeur
Prof.
Jeronim
Perovic
Institution
Historisches Seminar
Lieu
Zürich
Année
2022/2023
Abstract