Type de travail
Mémoire de master
Statut
abgeschlossen/terminé
Nom du professeur
Prof.
Jakob
Tanner
Institution
Neuzeit
Lieu
Zürich
Année
2013/2014
Abstract
Die Erweiterung des Aktionsradius des IKRK in der Mitte des letzten Jahrhunderts schlug sich unter anderem in der (halb-)permanenten Einrichtung der drei Generaldelegationen im Mittleren Osten (1956-60) und in Subäquatorial-Afrika (1962/3-65) nieder. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte das IKRK seine Delegierten nur in Länder entsandt, in welchen Konflikte herrschten. Diesen Delegationen wies das Komitee in Genf Zuständigkeiten für mehrere Staaten bzw. Kolonien, zusammenfasst in diesen zwei überregionalen Einheiten, zu, um, immer um die Verbreitung der Genfer Konventionen von 1949 bemüht, Beziehungen und kommunikative Kanäle mit den verschiedene Akteuren vor Ort wie Regierungen und nationalen Rotkreuzgesellschaften zu entwickeln und zu konsolidieren.
Delegierte und Delegationen bieten einerseits die Möglichkeit durchzubuchstabieren, wie sich eine weltweit operierende und weitgehend staatsunabhängige Organisation innerhalb einer globalen Ordnung, die vom Kalten Krieg und von Dekolonisation geprägt ist, positioniert und agiert. Andererseits können an den Generaldelegationen beispielhaft Konkurrenzierungen zwischen einzelnen Akteuren aufgezeigt werden, die schon an andern Orten innerhalb des Roten Kreuzes beobachtete wurden. Als Novum in der Politik des IKRK und als eine Art Bindeglied zwischen dem Hauptquartier und den Länderdelegationen ziehen die Generaldelegationen die Aufmerksamkeit auf Erfolg und Misserfolg der globalweiten Arbeit des IKRK.
Ziel der Untersuchung ist es in einem ersten Schritt, die sich gegenseitig konstituierenden Akteure und Netzwerke im Umfeld des IKRK in den Jahren 1949-1965 mit Fokus auf Delegierte und Delegationen auf der Oberfläche deskriptiv zu erfassen. In einem zweiten geht es darum, Licht auf Strategien und Muster in der Organisation humanitärer Hilfe der Akteure und Netzwerke rund um die zwei zeitlich nacheinander eingerichteten Generaldelegationen Mittlerer Osten und Subäquatorial-Afrika zu werfen.
Der Fokus wird auf folgende Fragestellungen gerichtet: 1. Welche Akteure bildeten welche Netzwerke und vice versa und wie veränderte sich die Konfiguration der Akteure, der Interaktionsräume und der Netzwerke im untersuchten Zeitraum? 2. Inwiefern trugen die Akteure/Netzwerke rund um die Generaldelegationen sowie in Genf zur Etablierung, Vergrösserung und Stabilisierung der Netzwerke ausserhalb der institutionellen Grenzen bei? 3. Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede weisen die beiden Generaldelegationen im Vergleich auf?