Vincent Oberer hat ein Buch über den Solothurner Solddienstunternehmer Ludwig von Roll geschrieben, der zur Zeit des Dreissigjährigen Kriegs im Dienst des Königs von Frankreich stand. Von Rolls Tagebücher erlauben direkte Einblicke in seinen Alltag am französischen Hof und machen Verhaltensregeln sichtbar, die seinen Erfolg und sein Überleben garantierten. Der Autor geht nicht nur auf Militärgeschichtliches ein, sondern berücksichtigt auch sozialwirtschaftliche Aspekte, etwa Machtmissbrauch, Währungsentwicklungen und Kriegswirtschaft.
Julien Grand (Bern) geht in seiner Rezension auf den Ansatz, die zentralen Ergebnisse sowie Erweiterungsmöglichkeiten des Buchs ein. Die Studie sei insgesamt ein «wertvoller Beitrag zur Erforschung des Solddienstes im frühen 17. Jahrhundert» und zeige, «dass militärische Unternehmungen jener Zeit nicht isoliert zu betrachten sind, sondern als Knotenpunkte in einem Geflecht aus Geldströmen, Informationsnetzwerken und sozialen Bindungen, die zusammen die Möglichkeit schufen, Kompanien zu organisieren, zu finanzieren und zu unterhalten.»
Die Rezension ist online und frei auf infoclio.ch und HSozKult verfügbar – ebenso das ganze Buch auf Schwabe online.
Grand, Julien: Rezension zu: Oberer, Vincent: Ludwig von Roll. Ein Solothurner Solddienstunternehmer im Dreissigjährigen Krieg, Basel 2025, in: infoclio.ch, 11.3.2026, online: <https://www.infoclio.ch/de/rez?rid=156446>.