Rezension: Jonathan Pärli - Die andere Schweiz

Jonathan Pärli untersucht in seinem Buch «Die andere Schweiz» die Entstehung, zentrale Ereignisse, Akteure, Konzepte und die Wirkung jener Solidaritäts- und Protestbewegung, die in der Schweiz zwischen 1973 und der Jahrtausendwende gegen eine zunehmend restriktive Asylpolitik mobilisierte. In Anlehnung an Hannah Arendt und Jacques Rancière analysiert er den Asylaktivismus in seiner demokratiepolitischen Bedeutung und zeigt handfesten Erfolge auf.

In seiner Rezension gibt Sandro Cattacin (Genf) einen Einblick in die Inhalte, Thesen und konzeptionellen Überlegungen des Buchs und hebt verschiedene Stärken hervor. Dazu gehört etwa die Quellennähe: die Fülle, Genauigkeit und Sorgfalt der archivalischen Erschliessung seien herausragend, und die Bewegung könne so aus ihrem eigenen Material heraus verstanden werden. Zudem zeige Pärli «eindrucksvoll, wie stark der humanitäre Mythos mit administrativer Härte, Unsichtbarkeitspraxen und politischer Rhetorik kollidierte» und stosse wirksam an der humanitären Selbstbeweihräucherung der Schweiz. Sein Werk erweitere schliesslich die narrative Landschaft der Schweizer Zeitgeschichte um den Blick jener, die oft unsichtbar gemacht werden. 

 

Die ganze Rezension ist frei und online auf infoclio.ch und HSozKult verfügbar, ebenso das ganze Buch auf der Webseite des Verlags Konstanz University Press.

Jonathan Pärli war auch zu Gast bei Cliocast und spricht in der 28. Folge mit Alexandra Binnenkade über sein Buch. 

 

Cattacin, Sandro: Rezension zu: Pärli, Jonathan: Die andere Schweiz. Asyl und Aktivismus 1973–2000. Konstanz 2024, in: infoclio.ch, 03.07.2026, <https://www.infoclio.ch/de/rez?rid=143945>.