Type de travail
Mémoire de master
Statut
abgeschlossen/terminé
Nom du professeur
Prof.
Damir
Skenderovic
Institution
Seminar für Zeitgeschichte
Lieu
Fribourg
Année
2011/2012
Abstract
Diese Untersuchung behandelt die Freikörperkulturbewegung, die sich als Teil der Lebensreformbewegung im ausgehenden 19. Jahrhundert als Antwort auf die Modernisierungskrisen des Deutschen Kaiserreichs gebildet hatte. Bei dieser Untersuchung soll gezeigt werden, ab wann freikörperkulturelle Konzepte zum ersten Mal auch in der Schweiz auftauchen, durch welche Akteure sie verbreitet wurden, auf welche Diskurse sie Bezug nahmen und welche Reaktionen sie in der Schweizer Öffentlichkeit auslösen konnten. Als Quellen dienen in erster Linie die lebensreformerischen Periodika „Die Neue Zeit“ (1929-2004) und „Tao“ (1924-1937, ab 1927 „Tau“) sowie die Publikationen der beiden Hauptakteure der Schweizer Freikörperkulturbewegung Werner Zimmermann und Eduard Fankhauser. Durch eine kultur- und diskursgeschichtliche Untersuchung, verbunden mit transfergeschichtlichen Elementen, kann anhand dieser Quellen gezeigt werden, dass sich die Freikörperkulturbewegung im Kontext einer sich auch in der Schweiz in den 1920erund insbesondere 1930er-Jahren zuspitzenden krisenhaften Wahrnehmung der Modernisierungsprozesse als Alterative zur „modernen“ Industriegesellschaft positionieren konnte. Im Rahmen der aus Deutschland transferierten freikörperkulturellen Konzepte übernahmen die Schweizer Freikörperkulturaktivisten auch explizit antiaufklärerische, autoritär-antiegalitäre Inhalte, die sich dem Ideenfeld der neuen, autoritären Rechten bzw. der „konservativen Revolution“ zuschreiben lassen. Daraus resultierte bis Ende der 1930er-Jahre eine problematische Nähe zum nationalsozialistischen Regime in Deutschland. Nach dem Zweiten Weltkrieg konnten die Schweizer Freikörperkulturaktivisten diese Inhalte unmittelbar fortführen und bis in die neuen Umweltschutzbewegungen der 1970er- und 1980er-Jahre transportieren.
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