Tagung
Die Zeit ist reif: Wir gehen in eine Lebens Werte Gesellschaft Programm: Erkentnisse der Matriarchatsforschung, Perspektiven der Matriarchatspolitik, Eröffnung des MatriArchivs.
Update: Persönlicher Abschlussbericht
Von Lydia Ruyle (USA)
Die Zeit ist Reif!“ war das Motto des 3. Matriarchatskongresses, diesmal ausdrücklich zum Thema Matriarchatspolitik. Sie fand vom 12. – 15. Mai 2011 in St. Gallen/Schweiz statt.
Dieser Kongress wurde als Vision entworfen und geleitet von Heide Göttner-Abendroth und organisiert von Cécile Keller und Christina Schlatter. Christina ist in der Kantonsbibliothek Vadiana in der berühmten Bibliotheksstadt St. Gallen tätig und gab den Anstoß zu diesem Kongress.
Er wurde in dem schönen Ambiente der Tonhalle von St. Gallen abgehalten. Eine große Gruppe Freiwilliger half den Organisatorinnen. Über 500 TeilnehmerInnen kamen für vier Tage zusammen, darunter einige Männer und viele junge Leute, um mehr über matriarchale Kulturen aus der ganzen Welt zu erfahren und sie zu feiern. Rituale waren eine wichtige Komponente des Kongresses und fanden jeden Tag in dem öffentlichen Park bei der Tonhalle statt.
Am letzten Tag veranstalteten fast 200 TeilnehmerInnen des Kongresses eine Parade durch die Altstadt von St. Gallen. Sie trugen die farbenprächtigen, wehenden Göttinnen-Banner von Lydia Ruyle mit sich und nahmen sich zwei alte heilige Frauenplätze – jetzt verchristlicht – wieder zurück. Es war ein wunderschönes Bild.
Die Tageszeitung von St. Gallen zeigte das Bild und titelte: „Singen und Tanzen für Mutter Erde“.
Ein voller Kongresstag war lebenden matriarchalen Gesellschaften aus Asien, Afrika und Amerika gewidmet. Indigene Forscherinnen berichteten selbst über ihre Gesellschaften und gaben dem Publikum wertvolle Einblicke in das Leben und die Politik ihrer Gemeinschaften.
Zwei Kongresstage galten ausdrücklich der Matriarchatspolitik, die von drei Theoretikerinnen formuliert wurde. Darauf folgten praktische Beispiele von Menschen aus alternativen Bewegungen, die ihre Arbeit als matriarchatsorientiert verstehen: aus der ökologischen Bewegung, aus der Gemeinschaftsbewegung und aus der kritischen Politik.
An einem Abend wurde Heides 70. Geburtstag gefeiert und die Premiere eines Filmporträts über sie. An einem anderen Abend wurde das 25jährige Jubiläum der Internationalen Akademie HAGIA festlich begangen.
Der Höhepunkt war zweifellos der Abend, an dem das MatriArchiv in der Kantonsbibliothek Vadiana eröffnet wurde, die erste wissenschaftliche und mehrsprachige Bibliothek für Matriarchatsforschung in der Welt! Das ist eine bemerkenswerte Errungenschaft für alle an Matriarchatsforschung interessierten Menschen.
Es kam unglücklicherweise vor und während des Kongresses zu denunzierenden und lächerlich machenden Angriffen in zwei Medien gegen Heide, den Kongress und die Matriarchatsforschung im allgemeinen (NZZ, durch Katharina Bracher und Carole Koch, und St. Galler Tagblatt, durch Daniel Klingenberg und Rolf App). Sie wurden durch eine Denunziantin geschürt und von den Medien kritiklos übernommen. Ein überaus bedauerliches Vorgehen, um die Bürger in St. Gallen und der Schweiz irre zu führen!
Dahinter steht große Unkenntnis über das Lebenswerk von Heide, die unermüdlich gearbeitet hat, um die moderne Matriarchatsforschung auf wissenschaftlicher Basis zu begründen und diese sowie matriarchale Gesellschaften in der ganzen Welt bekannt zu machen. Das tat sie ohne institutionellen Rückhalt und mit hohem wirtschaftlichen Risiko. Dafür gebührt ihr, wie auch Cécile und Christina, unsere Wertschätzung, Dankbarkeit und Unterstützung.
Nun ist die Zeit auch für uns reif weiterzumachen, um Schritt für Schritt eine matriarchale Welt zu schaffen, wie auch immer wir sie verwirklichen wollen. Ich freue mich auf die positiven Veränderungen der Matriarchatsforschung und –politik, die sich in Tausenden von Formen und Begegnungen ereignen können.
Organisiert von
Internationale Akademie HAGIA
Zusätzliche Informationen
Kosten
siehe Webseite