Il portale professionale svizzero per le scienze storiche

Forschungsstelle, Teilprojekt (ii) (open rank: Doktorat/Postdoktorat)

Am Historischen Seminar der Universität Zürich ist per 1. April 2021 oder nach Vereinbarung eine auf vier Jahre angelegte Forschungsstelle in Ideengeschichte/Rezeption der Antike zu besetzen. Die Stelle ist Teil des vom ERC mit einem Consolidator Grant (2020-2025) finanzierten Forschungsprojekts The Just City: The Ciceronian Conception of Justice and Its Reception in the Western Tradition (JustCity), das von PD Dr. Benjamin Straumann geleitet wird. Je nach Qualifikation des geeigneten Kandidaten / der geeigneten Kandidatin kann die Stelle sowohl mit einem Doktoranden / einer Doktorandin als auch mit einem Postdoktoranden / einer Postdoktorandin besetzt werden; als Postdoc kann die Stelle nach Absprache bis Ende Sept. 2025 verlängert werden.Das Historische Seminar der Universität Zürich ist das grösste Historische Institut der Schweiz. Hier wird Geschichte in ihrer ganzen thematischen und methodischen Vielfalt erforscht und gelehrt.

Projektbeschreibung
Mit dem Schwerpunkt auf Ciceros Gerechtigkeitsbegriff und dessen Wirkungsgeschichte holt das JustCity-Projekt einen der originellsten und einflussreichsten Beiträge zum politischen Denken in der westlichen Welt aus dem unverdienten wissenschaftlichen Schattendasein. Tatsächlich stellt Ciceros auf dem Recht beruhender Gerechtigkeitsbegriff nicht nur eine entscheidende Neuerung gegenüber dem ethisch grundierten Gerechtigkeitsbegriff griechischer Philosophen dar, er trug auch massgeblich zur Entstehung des frühneuzeitlichen Natur-und Völkerrechts sowie des modernen Verfassungsdenkens bei. Um die Wirkungsgeschichte des Ciceronianischen Gerechtigkeitsbegriffs in Gänze zu ermessen, verfolgt ihn das JustCity-Projekt anhand der von Karneades inspirierten Gerechtigkeitsdebatte im 3. Buch der Republikdurch drei entscheidende historische Stationen hindurch: (i) von seiner Entstehung in der späten römischen Republik über (ii) seine Überlieferung durch die frühchristlichen Autoren Laktanz und Augustin bis zu (iii) seiner Nutzbarmachung in den von Alberico Gentili und anderen frühneuzeitlichen Denkern geführten Auseinandersetzungen um das Natur-und das Völkerrecht. Mit diesen Stationen sind auch die zentralen Themen des Projekts umrissen, die jeweils ein eigenes, individuell zu bearbeitendes Teilprojekt bilden werden.

Ihre Aufgaben
Der zukünftige Stelleninhaber / die zukünftige Stelleninhaberin hat die wissenschaftliche Verantwortung für das Teilprojekt (ii): Ciceronian Justice in Lactantius’ and Augustine’s Political Thought, das Ciceros Gerechtigkeitsbegriff im historischen Kontext des frühen Christentums beleuchten soll. Die Forschung wird dabei hauptsächlich von der Frage geleitet sein, wie sich die erstaunliche Wirkungsgeschichte des Ciceronianischen Gerechtigkeitsbegriffs angesichts der Tatsache erklären lässt, dass dieser Begriff jahrhundertelang fast ausschliesslich durch die Schriften frühchristlicher Autoren Seite 2/2Historisches Seminarvermittelt worden ist, die die Möglichkeit von Gerechtigkeit in nichtchristlichen politischen Ordnungen bestritten. Dabei gilt es eingehend zu untersuchen, welche Verzerrungen Ciceros Gerechtigkeitsauffassung in Laktanz’ und Augustins Händen erfährt, wie die beiden letzteren namentlich mit der von Karneades inspirierten Gerechtigkeitsdebatte in der Republik umgehen und wie vor allem Augustin mittels einer fragwürdigen Interpretation von Ciceros Kritik am römischen Imperialismus entscheidende Vorarbeit für frühneuzeitliche Staatsraisonlehren leisten sollte.Vom Stelleninhaber / von der Stelleninhaberin wird erwartet, seine / ihre Forschungsergebnisse nach Beendigung des Projekts in Form einer Monographie zu veröffentlichen, die auch als Dissertation oder als Habilitationsschrift eingereicht werden kann; darüber hinaus sollen regelmässig wissenschaftliche Artikel in bedeutenden, dem peer-review-Verfahren verpflichteten Zeitschriften veröffentlicht werden; ferner wird der künftige Stelleninhaber / die künftige Stelleninhaberin an den regelmässigen Treffen der Forschungsgruppe sowie an einschlägigen Konferenzen an in-und ausländischen Lehr-und Forschungseinrichtungen teilnehmen und diese Konferenzen mitorganisieren helfen.

Anforderungen
Voraussetzung für die Stelle sind ein mit einem Master oder Doktorat abgeschlossenes Hochschulstudium in Geschichte, Altertumswissenschaften, Philosophie oder Politischer Wissenschaft, solide Kenntnissein Ideengeschichte und der Geschichteder Spätantike. Verlangt werden ferner ausgezeichnete Englisch-und gute Lateinkenntnisse; Kenntnisse des Altgriechischen sind von Vorteil.

Bewerbungen
Bitte reichen Sie Ihre Bewerbung in Form eines PDF-Dokuments ein, das die folgenden Unterlagen enthält:
• einen ausführlichen Lebenslauf mit dem bisherigen akademischen Leistungsausweisund Publikationsliste
• ein BewerbungsschreibenKopien / Scans aller offiziellen Dokumente
• eine Arbeitsprobe (z. B. Publikation, oder max. 20 Seiten aus der Masterarbeit)

Ihre Bewerbung senden Sie bitte bis am 13. November 2020.

Informazioni

Datore di lavoro: 
Historisches Seminar, Universität Zürich
Tempo di lavoro: 
100%
Sede di lavoro: 
Zürich
Data di scadenza: 
13. Novembre 2020
Contatto: 
Weitere Auskünfte und Bewerbung: Dr. Benjamin Straumann: benjamin.straumann@uzh.ch
Indirizzo: