Tagung infoclio.ch 2016: Zeitregime und Geschichtswissenschaften

Seit Anbruch des digitalen Zeitalters ist immer wieder von einer radikalen Transformation der Zeitregime die Rede. «Präsentismus», «Beschleunigung» und «Krise der Zukunft» sind einige der Formulierungen zur Beschreibung dieser Veränderungen. Ist die Zeit wirklich aus den Fugen geraten? Die 8. infoclio.ch-Tagung thematisiert Zeitvorstellungen in einer historischen Perspektive und fragt nach den Auswirkungen der digitalen Medien auf die Zeitregime.





Session 1: Aufstieg und Niedergang des mordernen Zeitregimes

Franziska Metzger, PH Luzern
Diskurse der Zeit in der Geschichtsschreibung im 19. und 20. Jahrhundert

Der Beitrag fragt nach dem Umgang mit Zeit, nach der Diskursivität von Zeit in der Geschichtsschreibung des 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. mehr...

Bernhard Schär, ETH Zürich
Pfahlbauer auf Sulawesi. Wissenschaft und koloniales Zeitregime in der Schweiz

Die europäische Erfindung der Zeit und die Eroberung aussereuropäischer Räume gingen ab dem 18. Jahrhundert Hand in Hand. mehr...


Session 2: Das Zeitalter der Synchronisation

Gabriele Balbi et Maria Rikitianskaia, Università della Svizzera italiana
Wireless telegraphy and synchronisation of time. A transnational perspective
This paper, based on unpublished documents of the Inter­natio­nal Telecommunication Union’s archive and radio ama­teurs' magazines, discusses the multiform... mehr...

Jakob Messerli, Bernisches Historisches Museum
Wie die Schweiz auf die gleiche Uhrzeit kam
Noch um 1800 existierten in der Schweiz unterschiedliche Zeitstrukturen: Die Zeitangabe bei der Einladung zu einem Treffen in Bern am 14. Oktober um 09.30 Uhr hätte für jemanden aus Lugano, Zürich, Genf oder Basel nicht... mehr...

Gianenrico Bernasconi, Université de Neuchâtel
L’avènement de la synchronisation entre demande et production du temps (1850-1910)
Le processus de synchronisation est généralement attribué à la mise en place de réseaux infrastructurels au cours de la deuxième moitié du XIXe siècle. Télégraphie et chemins de fer mettent en évidence les particularismes... mehr...

Session 3: Informationsmanagement als Zeitproduktions­maschine?

Andreas Kellerhals und Stefan Nellen, Schweizerisches Bundesarchiv
Informationmanagement as time production
Zeit spielt im Infomanagement vor allem im Konzept des Lebenszyklus von Akten eine entscheidende Rolle. Akten bzw. Unterlagen eignet eine eigene Lebenszeit: eine Akte wird angelegt, laufend bearbeitet, nach Abschluss des ... mehr...

Marc Ratcliff, Université de Genève
Société, instruments et temporalité
Cette communication se veut une réflexion cherchant à comprendre comment les techniques ont modifié le rapport de l’humain à la temporalité, notamment en direction d’un sentiment d’accélération du temps à partir de l’époque contemporaine. mehr...

Rahel Ackermann, Inventar der Fundmünzen der Schweiz
«Die Alamannen kommen!» - Numismatik des 3. Jahrhunderts n. Chr. und ihre Interpretation
Die "Schatzfund-Horizonte" in der römischen Schweiz des 3. Jahrhunderts n. Chr. wurden lange als Zeugen von Alamannen-Einfällen gedeutet. mehr...



Session 4: Temporalitäten der digitalen Medien

Wolfgang Ernst, Humboldt Universität, Berlin
«Algorithmisierte Klio»: Technische Chronopoetik versus klassische Geschichtszeit
Seit Einführung der Kulturtechnik Schrift schreibt sich die symbolische Ordnung von Zeit in Form diskreter Zeichern, doch der narrative Gestus von Historiographie hat diese Konfiguration lange zugunsten... mehr...

Frédéric Kaplan, EPF Lausanne
La modélisation du temps dans les Digital Humanities
Les interfaces numériques sont chaque jour optimisées pour proposer des navigations sans frictions dans les multiples dimensions du présent. mehr...