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CfP: Spektakel "Landschaft" - Die Schweiz im Spiegel des Tourismus (1750-2015)

15. September 2014 Add to calendar
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Internationales Kolloquium vom 23. bis zum 25. April 2015

Die Landschaft konstruiert das « Land », als einen natürlichen, städtischen, ländlichen und gesellschaftlichen Raum. Er geht aus einem künstlerischen Schöpfungsprozess hervor, der im Spannungsfeld zwischen Anschauung und künstlerischer Vorstellung steht. Dieser Blick des Künstlers gehorcht dabei ästhetischen, kulturellen oder ideologischen Codes und vermag so die Wahrnehmung des Betrachters auf dessen natürliche und menschliche Umgebung zu lenken. Die Landschaft wirkt dabei gleichsam als Spiegel, der dem Betrachter seinen eigenen geografischen und kulturellen „Ort“ vor Augen führt. Dieser kann umso stärker sein, desto fremder die zu betrachtende Landschaft ist, kann aber auch umgekehrt das Bekannte neu vor Augen führen (Konrad Witz).

Die Anziehungskraft des Natürlichen und Künstlichen dient als Ausgangspunkt für utopische und dystopische Visionen. Eine herausragende Rolle hat in diesen Prozessen die Sichtweise von Reisenden gespielt, angefangen von der Grand Tour bis zur virtuellen Reise auf Google Maps. Der „touristische Blick“ trägt somit zur Ästhetisierung gewöhnlicher wie auch ungewöhnlicher Orte bei. Die Schweiz mit ihren sublimen Gebirgszügen und seelenwiegenden Seelandschaften bilden seit jeher einen Anziehungspunkt für erlebnishungrige Reisende. Die Alpen fungieren seit dem 18. Jahrhundert gleichsam als Experimentallabor, das sich Schriftsteller, Künstler, Philosophen, Geographen, Ingenieure, Biologen u. a. aneigneten und so an der Konstruktion historischer und kultureller Darstellungen mitwirkten. Die rasante Entwicklung der Verkehrsmittel und der industriellen Produktion hat neue künstlerische und literarische Praktiken begünstigt, wie die kolorierte Umrissradierung, das Panorama, das Plakat, den Reisebericht, die Bergphotographie und diverse Formen, den öffentlichen Raum zu gestalten (Landesausstellungen, Bahnhof-Gemälde, etc.).

Das geplante Kolloquium befragt die Quellen und Modelle, die aus der Außen- oder Binnenperspektive zum Bild der modernen Schweiz beigetragen haben. Im Mittelpunkt stehen Theorien, Entwürfe und Umsetzungen von Landschaftsdarstellungen (z. B. in den Schriften von Albrecht von Haller), aber auch die visuellen Zugänge touristischer Betrachter, ihre Wahrnehmungen und Projektionen, ihre Diskurse und ihre Interaktionen mit der Landschaft. Dazu werden Ansätze verschiedener Wissenschaften gewählt, u. a. der Kunstgeschichte, der Geschichtswissenschaften, der Literaturwissenschaft, der Soziologie, der Philosophie, der Kulturwissenschaften und der Naturwissenschaften.

Beiträge von max. 300 Worte sind bis zum 15. September 2014 an Valentine von Fellenberg zur richten: valentine.vonfellenberg@unil.ch.

Organisiert von: 
Université de Lausanne (UNIL), Faculté des Lettres, Section d’histoire de l’art; Centres des Sciences historiques de la culture; Faculté des Géosciences et de l’Environnement, Institut de Géographie et de Durabilité

Veranstaltungsort

Université de Lausanne, UNIL-Dorigny
Anthropole
1015
Lausanne

Kontakt

Valentine von Fellenberg

Zusätzliche Informationen

Kosten

0.00 CHF